Laubholz Stammholz Buche
Viele Waldbesitzer verkaufen ihr Laubholz lieber als Energieholz als als sägerundholz, beklagt der Verband Holzindustrie Schweiz und fordert eine Kaskadennutzung auch für Laubholz.
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Holzindustrie Schweiz fordert Kaskadennutzung – auch beim Laubholz

03. Oktober 2022

Der Verband Holzindustrie Schweiz sieht, ähnlich wie die Verbände in Deutschland, die Versorgung seiner Laubholzsägewerke gefährdet und pocht deshalb auf die Einhaltung des Kaskadenprinzips bei der Laubholznutzung.

Laubholzarten wie Buche, Eiche und Esche finden traditionellerweise Verwendung im gehobenen Innenausbau, als Parkett und bei der Möbelproduktion. Weil Bauteile aus Laubholz nicht nur optisch ansprechend sind, sondern auch gute statische Eigenschaften besitzen, werden sie zudem zunehmend als verstärkende Elemente im mehrgeschossigen Holzbau verwendet.

Lieber Brennholz als Sägeholz

Tatsächlich wachse mit dem fortschreitenden Klimawandel im Schweizer Wald immer mehr Laubholz nach, an Stelle der im Tiefland ausfallenden Fichte. Trotzdem haben die Schweizer Sägewerke immer mehr Mühe, an sägefähiges Laubholz zu gelangen. Denn die Energiepreise sind innerhalb weniger Monate stark gestiegen, und damit auch die Preise für Brennholz. Viele Waldbesitzer verkaufen ihr Laubholz lieber als Hackschnitzel und Cheminée-Stückholz, statt es als Rohstoff für die Holzindustrie bereitzustellen.

Aus Sicht von Holzindustrie Schweiz ist diese Entwicklung bedenklich. Holz sollte nach dem Kaskadenprinzip zuerst stofflich und danach energetisch verwertet werden. Holz ersetze klimabelastende Baustoffe wie Beton und Stahl. Klimaschädliches CO2 werde im verbauten Holz langfristig eingelagert und dadurch der Atmosphäre entzogen.

Säger wollen mehr fürs Rundholz zahlen

Holzindustrie Schweiz sei nicht grundsätzlich gegen die Holzenergienutzung, aber sie dürfe nicht Überhand nehmen zulasten des stofflichen Einsatzes. Durch die Subventionierung von Holzheizungen, aber auch durch die aktuelle Energiekrise, werde diese Tendenz verstärkt. Die Politik sei gefordert, die gesetzlichen Rahmenbedingungen entsprechend anzupassen.

Auch die Sägewerke leisten ihren Beitrag zur Verbesserung der Situation, indem sie bereit sind, die Einkaufspreise anzuheben. Hinsichtlich der kommenden Holzerntesaison werden die Waldbesitzer gebeten, Kontakt mit dem Laubholz-Sägewerk in Ihrer Region aufzunehmen und konkrete Liefermengen und –preise für hochwertiges Laubholz zu vereinbaren.

Laubrundholz schnell abfahren!

HIS weist darauf hin, dass Laubholz ein Saisongeschäft ist: Sägefähiges Stammholz sollte in den Monaten September bis März geerntet und rasch verarbeitet werden können. Wenn das Laubholz zu spät abtransportiert werde, seien Holzschäden vorprogrammiert und es bleibe nur noch die thermische Verwertung.

Quelle: Holzindustrie Schweiz