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Holzindustrie fürchtet Schäden durch Naturschutz-Kampagne in Brandenburg

Holzindustrie fürchtet Schäden durch Naturschutz-Kampagne in Brandenburg

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Brandenburg führt seit einigen Monaten eine Kampagne gegen die bewährte Praxis der Unterhaltung der brandenburgischen Waldwege.
Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) befürchtet Schäden für Ökosystem Wald, Mensch und Wirtschaft.
In Brandenburg kommt es seit einigen Wochen zu öffentlichen Diskussionen über die forstliche Praxis der Unterhaltung von Waldwegen. Anlass ist eine überwiegend auf gutachterlichen Annahmen basierende Stellungnahme zu einer Betriebsanweisung des Landesbetriebs Forst Brandenburg, welche vom NABU Landesverband Brandenburg bei einer Rechtsanwaltskanzlei beauftragt und durch den Verband finanziert wurde.
 
Der NABU Landesverband befürchtet durch die Instandsetzung der Waldwege schwerwiegende Auswirkungen auf Flora und Fauna und fordert den Stopp der Unterhaltungsmaßnahmen. Gleichzeitig schlägt der Verband eine Gewichtsreduzierung der Holztransporte vor. Infolge der öffentlichen Kampagne des NABU werden einigen brandenburgischen Oberförstereien geplante und projektierte Waldunterhaltungsmaßnahmen durch die unteren Naturschutzbehörden untersagt.
 
Klarstellung der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher
 
Anders als vom Naturschutz befürchtet, sieht die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) in der bisherigen Art und Weise der Waldwegeunterhaltung jedoch keine Beeinträchtigung der Waldgebiete und somit auch keine Belastung für Tier- und Pflanzenpopulationen sowie für Waldbesucher, wie etwa Wanderer, Radfahrer oder Nordic Walker. Gerade für Freizeitsuchende und Brennholzkäufer haben befestigte Waldwege eine wichtige Funktion – sie ermöglichen den sicheren Zugang und die Orientierung im Wald.
 
Die AGR stellt klar, dass es sich bei den Maßnahmen mehrheitlich nicht um einen Neu- oder massiven Ausbau der Waldwege handelt, sondern lediglich um die Instandsetzung der bereits bestehenden und häufig bereits befestigten Hauptfahrwege. „Das Ziel der Forst- und Holzwirtschaft ist durch einen effizienten Wegebau den Holztransport auf wenige, aber gut befestigte Wege zu konzentrieren. Dadurch reduzieren sich die Fahrten mit Holztransportern im Wald“, erklärt Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der AGR und selbst studierter Forstwirt die Strategie hinter den Wegebaumaßnahmen.
 
„Absurderweise erreicht der NABU mit seinen Forderungen genau das Gegenteil vom dem, was er eigentlich erreichen will“, so Ohnesorge. Eine auch nur zeitweilig erforderliche Sperrung von Waldwegen wegen einer witterungsbedingten Unbefahrbarkeit, führe zu einem höheren Verkehrsaufkommen im Wald und den angrenzenden Gemeinden. Gleiches würde die geforderte Reduzierung der Transportgewichte bewirken: Die Umweltbelastung steigt ebenso wie die Lärmbelästigung und das Unfallrisiko für Tiere.
 
Vor allem kritisiert die AGR das scheinbar willkürliche Vorgehen der Naturschutzbehörden, die aufgrund des Gutachtens die Waldwegeunterhaltung blockieren und dadurch auch den ungehinderten Einsatz von Rettungsfahrzeugen oder Löschfahrzeugen bei Waldbränden behindern.
 
Gute Walderschließung ist Grundlage einer naturnahen Forstwirtschaft
 
Die deutsche Forstwirtschaft ist weltweit dafür bekannt, durch ihre nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung der Wälder den Rohstoff Holz verlässlich bereitzustellen. Dr. Denny Ohnesorge: „Die Unternehmen der Holzindustrie produzieren aufgrund kontinuierlicher Herstellungsprozesse das ganze Jahr durch, weshalb eine laufende Rohstoffbereitstellung durch den Landesbetrieb Forst Brandenburg sowie durch private und kommunale Waldbesitzer unerlässlich ist.“ Die Waldwegeunterhaltung sei nach Auffassung der AGR kein Eingriff in die Natur und Landschaft. Bei unterlassener beziehungsweise nicht fachgerechter Waldwegeunterhaltung befürchtet die AGR schwerwiegende Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Tourismus.
 
Zu der gesamten Problematik hat die AGR ein Positionspapier verfasst, das zum Download bereitsteht.

 

AGR

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