ForstBranche

Holzhandel besorgt wegen knapper Versorgung

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Der deutsche Holzhandel ist besorgt wegen der zunehmend angespannten Situation auf den Beschaffungsmärkten. Auch Baustopps auf Baustellen seien nicht mehr auszuschließen. Der GD Holz empfiehlt, mehr Holzprodukte zu importieren.

Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) beobachtet mit Sorge die schwierige Situation auf den Beschaffungsmärkten. Der Großhandel sieht sich zunehmend mit langen Lieferzeiten für die wichtigsten Sortimente konfrontiert, die Versorgung der Baustellen wird allmählich knapp.

Baustopps nicht auszuschließen

Wenn sich die Situation weiter verschärfe, sei ein Baustopp an Baustellen nicht mehr auszuschließen. „Die vielen aktuellen Berichte unserer Mitgliedsunternehmen deuten auf eine prekäre Entwicklung hin, was die Versorgung mit Holz und Holzprodukten angeht“, so GD Holz Vorsitzender Philip Zumsteg. Eine Entwicklung, die sich parallel im Binnenmarkt im gesamten europäischen Holzhandel so abzeichne. Die Nachfrage dagegen sei weiterhin gut, die Umsatzentwicklung im ersten Quartal positiv, auch beeinflusst durch zum Teil erhebliche Preiserhöhungen.

„Wir müssen liefern!“

„Wir müssen jetzt sehr darauf achten, die an sich sehr gute Konjunktur für Holz und Holzbau nicht zu unterbrechen – und da ist in erster Linie die Industrie gefordert, den heimischen Markt auch nachhaltig mit seinen Produkten zu versorgen“, führt Zumsteg weiter aus. „Wir haben jahrelang ein sehr erfolgreiches Absatzmarketing für unseren nachwachsenden Rohstoff betrieben, jetzt müssen wir auch liefern.“

Mehr Holzimport

Der GD Holz geht davon aus, dass zur Versorgung des heimischen wie des gesamten Binnenmarktes der Holzimport eine zunehmende Rolle spielen wird. Holz sei ein global gehandeltes Produkt, die anziehende Konjunktur in Asien und den USA sorge aktuell für einen enormen Bedarf an Rohstoffen, u.a. auch Holz – ein Bedarf, der hier zu der schwierigen Versorgungslage führe.

Der Holzimport im GD Holz sei mit 120 Importhäusern gut aufgestellt und trage mit dem Import der unterschiedlichsten Holzsortimente aus der ganzen Welt zur sicheren Versorgung in Deutschland und dem Binnenmarkt bei. „Natürlich spielt der heimische Waldbesitzer bei der Holzversorgung auch in Zukunft eine dominierende Rolle, allerdings müssen wir global denken, wenn wir die Holzversorgung auch in den kommenden Jahren sicherstellen wollen“, so der GD Holz Geschäftsführer Thomas Goebel.

Politik sensibilisieren

Der GD Holz will seine politischen Kontakte über die Situation auf den Beschaffungsmärkten informieren, um darauf aufmerksam zu machen und für die aktuelle Entwicklung des Konjunkturtreibers Bauwirtschaft zu sensibilisieren, erklärt der Verband.

Quelle: GD Holz