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Holzernte für die Artenvielfalt

Seit Beginn der Aufzeichnungen über Artenverluste vor etwa 250 Jahren ist im deutschen Wald keine einzige an diesen Lebensraum gebundene Art verlorengegangen. Zum internationalen Tag der Biodiversität am 22. Mai weist die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) daher darauf hin, dass die Argumentation, die Holzernte im Wald einzustellen um die Biodiversität zu sichern, aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar ist.

Flächenstilllegungen tragen nicht nur Steigerung der Biodiversität im Wald bei. Im Gegenteil: Erst die nachhaltige Waldbewirtschaftung erzeugt vielfältige Strukturen, bringt Licht und Wärme auf den Waldboden und schafft so günstige Voraussetzungen für ökologische Nischen. „Wenn Waldflächen aus der Nutzung genommen werden, profitieren zwar einige wenige Arten, die Lebensräume anderer Arten können sich wiederum verschlechtern“, so Dr. Denny Ohnesorge, Forstwissenschaftler und Geschäftsführer der AGR, einem Zusammenschluss von Unternehmen der Rohholz verbrauchenden Branchen. Der AGR fordert Politik und Umweltverbände daher zu einem konstruktiven Dialog über das wie der Waldbewirtschaftung auf, statt ständig neue Flächenstilllegungen zu propagieren.
UN-Dekade für biologische Vielfalt 2011 bis 2020
Die Vereinten Nationen haben das aktuelle Jahrzehnt zur Dekade für biologische Vielfalt erklärt, um auf den weltweiten rapiden Artenverlust hinzuweisen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Im Gegensatz zu diesem allgemeinen Trend ist der deutsche Wald, und zwar gerade der Wirtschaftswald, jedoch beinahe die sprichwörtliche „Insel der Glückseligen“ hinsichtlich der Artenvielfalt. Die seit 1970 in Deutschland geführte Auswertung der lebensraumbezogenen Teilindikatoren für Artenvielfalt zeigt: Während die Agrarwirtschaft sich verschlechterte, hat der Wald konstant seine Leistungen hinsichtlich der angestrebten Artenvielfalt erbracht.
Die Flora im Wald enthält nur etwa 12 % der Pflanzenarten Deutschlands. Im unbewirtschafteten Wald hat sich bislang keine Pflanzenart gefunden, die nicht auch im Wirtschaftswald vorkommt. Umgekehrt gibt es auf vergleichbaren Flächen eine größere Anzahl gefährdeter Arten, die nur bei Bewirtschaftung vorhanden sind.
AGR

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