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Holzenergie: Wärme aus dem Wald

Holzenergie: Wärme aus dem Wald

Zum Tag der Erneuerbaren Energien am 25. April

Auch wenn die Rohölpreise derzeit auf einem niedrigen Stand sind, wird dieser für die Verbraucher günstige Zustand nicht lange anhalten. Die fossilen Energieträger Erdgas und Erdöl werden mittel- und langfristig immer teurer werden und somit wird die Erzeugung von Wärme aus Biomasse, insbesondere Holz, zunehmend attraktiver. Deutschland hat in seinen Wäldern die größten Holzreserven Europas, wie die 3. Bundeswaldinventur Anfang des Jahres gezeigt hatte. Dies macht die Deutschen weniger abhängig von den Importen von Öl und Gas und deren Preissprüngen. Sind wir also schon auf dem richtigen Weg?
Der Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, Philipp Freiherr zu Guttenberg, gibt zu bedenken: „Vielen Privathaushalten ist leider noch nicht bekannt, dass trotz höherer Anfangsinvestitionen die Wärmekosten bei Holzheizungen über die Nutzungsdauer gesehen günstiger ausfallen. Dies muss der Öffentlichkeit bewusster gemacht werden, denn mit Holz zu heizen, spart nicht nur Kosten, sondern schont auch das Klima.“
Auch Gemeinden profitieren
Auch wenn noch viel an Aufklärungsarbeit zu leisten ist: Immer mehr Bürger und Unternehmen entscheiden sich für Holzheizungen. 30 % der erneuerbaren Energien und 67 % der erneuerbaren Wärme basieren bereits heute auf dem Rohstoff Holz. Und davon profitieren auch die finanziell oft klammen Kommunen. Denn die zunehmende Nutzung von Holz für die Wärme- und Stromversorgung bietet den Gemeinden eine attraktive wirtschaftliche Alternative. Das notwendige Holz produzieren sie in den eigenen Kommunalwäldern selbst. Mit dem eigenen Rohstoff lasten sie kommunale Holzkraftwerke aus, die als umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen förderwürdig sind. Nahwärmnetze können ganze Siedlungen klimafreundlich beheizen.
Schließlich profitieren die Unternehmen der Region, weil sie die Installation, die Wartung und die Brennstofflieferung der Kraftwerke übernehmen. Eine ideale lokal-regionale Wertschöpfungskette.
Ohne Holz keine Energiewende
Durch einen gesunden Vorratsabbau in Wäldern, in denen die Bäume zu dicht stehen, sowie die nachhaltige Intensivierung und regelmäßige Bewirtschaftung der Kleinprivatwälder kann das Holzenergiepotenzial in Zukunft noch vergrößert werden. Im Vergleich zu Wind- und Sonnenenergie werden die Biomasse, und damit auch das Holz, von der Politik aber geradezu stiefmütterlich behandelt. Schlimmer noch: das 2014 novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) drängt Holz und Biomasse grundlos an den Rand.
Dies kritisiert Philipp Freiherr zu Guttenberg scharf: „Die bedauerlichen Neuregelungen könnten die großtechnische, hocheffiziente Nutzung von Energieholz praktisch zum Erliegen bringen. Das EEG erweist der Energiewende einen Bärendienst. Denn ohne Holz wird ein umfassender, schneller und vor allem für die Bürgerinnen und Bürger bezahlbarer Umstieg auf erneuerbare Energien nicht gelingen! Wenn wir über Nachhaltigkeit reden, sollte der effiziente Gebrauch von Holz die erste Wahl sein.“
AGDW – Die Waldeigentümer

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