Sauberes Feuer in einem modernen Grundofen mit Abbrandsteuerung
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Holzenergie: Verbände kritisieren Umweltbundesamt

02. März 2022

Deutschland steht vor der enormen Herausforderung von gegenwärtig knapp 16 % auf 50 % erneuerbarer Energien im Wärmebereich im Jahr 2030 zu kommen. Ohne den Einsatz von Holz werde dieses Ziel nicht zu erreichen sein, erklärt ein Verbändebündnis aus der Forst- und Holzwirtschaft in der Diskussion um die Holzenergie.

Kürzlich hat das Umweltbundesamt (UBA) in einer Pressekonferenz den Einsatz von Holz beim Heizen in Frage gestellt – und damit in der Branche für Unverständnis gesorgt. Ein breites Verbändebündnis aus Wald und Holzverbänden, dem auch der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) und der Dachverband des Waldbesitzes AGDW – Die Waldeigentümer angehören, appelliert an eine differenzierte Darstellung der Holzenergie.

Generalangriff auf die Holzenergie

„Die Empfehlung des Umweltbundesamtes, auf das Heizen mit Holz aus Umweltschutzgründen zu verzichten, haben wir mit großer Sorge aufgenommen“, sagt Julia Möbus, Geschäftsführerin des DeSH. Diese Äußerung komme einem Generalangriff auf die Holzenergie gleich: „Wir fordern eine differenzierte Darstellung und Kommunikation des Umweltbundesamtes zur modernen und effizienten energetischen Holznutzung ein. Denn klar ist: Ohne die ressourceneffiziente Nutzung von Holz wird weder die Bauwende noch die Wärmewende zu erreichen sein“.

Dr. Irene Seling, Hauptgeschäftsführerin der AGDW – Die Waldeigentümer ergänzte: „Holz ist eine wichtige Säule für den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Wärmebereich, das Umweltbundesamt darf diesen Beitrag mit seinen jüngsten Äußerungen nicht gefährden“.

Holzenergie leistet großen Beitrag zur Wärmewende

Aktuell werden knapp 16 % erneuerbare Energien im Wärmebereich genutzt. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 mindestens auf 50 % zu kommen. „Die Empfehlung des UBA ist vor diesem Hintergrund absolut kontraproduktiv und verhindert effektiven Klimaschutz. Sie verunsichert zudem Verbraucher und die gesamte Branche – vom Waldbesitzer bis zum Anlagenbauer“, mahnt Möbus an.

Holz trage zu zwei Drittel einen entscheidenden Anteil zu der erneuerbaren Wärme bei. Der Einsatz von Resthölzern, Nebenprodukten oder nicht mehr für den Holzbau verwertbarer Hölzer als Energiequelle leiste einen klimaschonenden Beitrag für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem im Sinne der deutschen Bioökonomiestrategie.

Holzpellets für eine effiziente Wärmeerzeugung

Der DeSH hebt hervor, dass moderne Technik und Brennstoffe bereits für deutlich reduzierte Emissionen sorgen. „Effiziente Holzfeuerungsanlagen, die mit Holzpellets betrieben werden, verringern Feinstaubemissionen um bis zu 90 %, weisen einen höheren Wirkungsgrad auf und schonen damit Ressourcen“, so Möbus.

Der Austausch alter Holzöfen oder fossil betriebener Heizungen durch moderne Anlagen trage damit zum Klima- und Gesundheitsschutz entscheidend bei. Gerade im Gebäudebereich könne die Holzenergie ihre Stärken ausspielen und auf lokal verfügbare, nachhaltige Holzressourcen zurückgreifen. Zusammen mit dem Holzbau reduziere Holzenergie also die Emissionen im Gebäudebereich nachhaltig und schütze somit das Klima.

Holzenergie macht unabhängig

Seling betonte, dass in den Wäldern insbesondere vor dem Hintergrund des notwendigen Waldumbaus im Zuge der Klimaerwärmung ausreichend Restholz zur Verfügung steht, das für den Wärmebereich eingesetzt werden kann. Ein weiteres Pfund ist die dezentrale Verfügbarkeit: Dieses Holz muss nicht über weite Strecken transportiert werden.

„Holzenergie aus geringwertigen Nebenprodukten ist nachhaltig, sie unterstützt als wichtige Brückentechnologie den schnelleren Ausstieg aus den fossilen Energien. Gerade mit Blick auf die aktuelle politische Entwicklung ist eine dezentrale Energieversorgung unabdingbar, um die Abhängigkeit von Drittstaaten zu verringern“, so Seling.

Quellen: DeSH, AGDW