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Holzeinschlag in Rumänien

Eine neue rumänische forstliche Forschungsgruppe (IFN) geht in Rumänien von einem Jahreseinschlag von 38 Mio. Fm aus. Das nationale Statistikamt hingegen von 18 Mio. Fm/Jahr. Die Differenz von 20 Mio. Fm/Jahr könnte illegal geschlägert werden, mutmaßt das Onlineportal recorder.ro.

Die vom rumänischen Staat auf Druck der Europäischen Union eingerichtete Forschungsabteilung IFN überwacht seit zehn Jahren mit international anerkannten zertifizierten wissenschaftlichen Methoden die Aktivitäten in den rumänischen Wäldern. Das IFN-Team informierte seine Mutterorganisation, das nationale Institut für Forschung und Entwicklung in der Forstwirtschaft (INCDS). Die INCDS genehmigte den Bericht, aber ohne die 38 Mio. Fm/Jahr Holzeinschlag zu erwähnen, meldete recorder.ro.

„Wir haben keine Erklärung bekommen, warum diese Zahl dem Forstministerium nicht mitgeteilt wurde. Die Zahl ist wichtig, da von 38 Mio. Fm/Jahr nur 18 Mio. Fm/Jahr besteuert werden. Das Ministerium könnte in Regionen, die stark von illegalem Holzeinschlag betroffen sind, ihre Sicherheitsmaßnamen erhöhen“, so Gheorghe Marin, Leiter der nationalen Forsteinrichtung IFN, gegenüber recorder.ro.

„Diese Zahl ist nicht repräsentativ und ergibt sich nicht aus einem repräsentativen statistischen Netzwerk zur Bestimmung des Holzvorrats“, sagte Ovidiu Badea, Leiter der INCDS, gegenüber recorder.ro. Die rumänische Staatsforstdirektion Romsilva stellt die Ergebnisse der IFN-Studie ebenfalls infrage. Romsilva-Generaldirektor Gheorghe Mihailescu fragt gegenüber Agerpres, warum es weder den Forst- oder Fuhrunternehmern noch der weiterverarbeitenden Industrie und der Möbelindustrie auffalle, wenn die doppelte Menge an Holz geschlägert, transportiert oder weiterverarbeitet werde.

Die Zahlen der IFN-Studie sind aus Sicht von Mihailescu schon deswegen falsch, da sie doppelt so hoch wie die offiziellen Zahlen sind. Marin entgegnet, dass die Methodik und Zahlen von internationalen Experten aus der Schweiz, aus Deutschland und Frankreich bestätigt wurden. Der in der Studie berechnete Gesamtvorrat von 2,38 Mrd. Fm werde von Romsilva nicht infrage gestellt, gibt sich Marin erstaunt.

Romsilva selbst geht von einem illegalen Holzeinschlag von 40.000 bis 50.000 Fm/Jahr aus. Der Staatsbetrieb bewirtschaftet 3,13 Mio. ha Wald, das sind 48 % der gesamten Waldfläche Rumäniens.

holzkurier.com

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