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Nachhaltiges Bauen und Wohnen in Baden-Württemberg

„Der Mangel an Wohnraum ist vor allem in den Ballungsräumen eine der drängendsten Fragen unserer Zeit. Das Fehlen zigtausender Wohnungen treibt die Mieten in die Höhe und demonstrierende Menschen auf die Straßen. Der nachwachsende und klimafreundliche Roh- und Baustoff Holz ist bestens dafür geeignet, Städte und Gemeinden innerörtlich nachzuverdichten oder bestehende Gebäude aufzustocken und so dem Wohnraummangel entgegenzuwirken“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Peter Hauk, heute (10.4.2019) in Tübingen (Bühl) anlässlich der Auftaktveranstaltung der Reihe Nachhaltiges Bauen und Wohnen in Baden-Württemberg. Vor allem bei der städtebaulichen Verdichtung in Verbindung mit der Gebäudemodernisierung könne der moderne Holzbau sehr gute Lösungen bieten. Hierzu habe die Landesregierung mit der Holzbau-Offensive insgesamt 13 Innovationspakete geschnürt, um bis zum Jahr 2023 das Bauen mit Holz auch weiterhin gezielt voranzubringen.

Aufstockungen und Nachverdichtungen in Holzbauweise

Holz sei aufgrund seiner hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften beim Aufstocken von bestehenden Gebäuden oder bei der Errichtung von Anbauten ein sehr guter Werkstoff. Holz sei stabil und leicht und besitze eine sehr gute dämmende Wirkung. Vorgefertigte Holzbauteile würden sich günstig auf Bauzeiten und Kosten auswirken. So sei neuer und guter Wohnraum schnell verfügbar. „Die Menschen brauchen für sich und ihre Familien rasch guten und bezahlbaren Wohnraum. Dies lässt sich beispielsweise mit modularer Holzbauweise sehr gut bewerkstelligen. Demgegenüber wird durch die von manchen lautstark geforderten Enteignungen bestehender Wohnungen kein einziger zusätzlicher Quadratmeter geschaffen“, erklärte der Minister.

„Baden-Württemberg ist eine der waldreichsten Regionen Europas. Mit Blick auf die Vielfalt sowie den Holzzuwachs und die Holzvorräte nehmen unsere Wälder eine europäische Spitzenstellung ein. Dieses Potenzial muss auch mit Blick auf das Erreichen der Klimaschutzziele der Gesellschaft bestmöglich genutzt werden“, erklärte Hauk. In Bauwerken verarbeitetes Holz speichere den in ihm gebundenen Kohlenstoff auf lange Sicht. Außerdem könne der energieeffiziente und nachwachsende Rohstoff Holz energieintensive Baustoffe wie Beton und Stahl ersetzen. „Mit dem Holzbau haben wir eine sofort wirksame und zugleich die wirtschaftlichste Möglichkeit zum Klimaschutz“, sagte Hauk.

„Unser Land hat gute Voraussetzungen, den Wohnungsengpässen zu begegnen. Wir haben mit unserer Landesbauordnung das holzfreundlichste Baurecht in Deutschland und sind damit Vorbild für andere Länder und den Bund“, betonte Hauk. In einer weiteren Novellierungsstufe werde nun die LBO weiterentwickelt. Durch die Erarbeitung der Richtlinie Holzbau Baden-Württemberg würden künftig wichtige Planungshilfen angeboten. Das mache den Holzbau durch Standardisierungen noch attraktiver, als er ohnehin schon sei. All dies seien Kernpunkte der Holzbau-Offensive des Landes.

Auch im Ländlichen Raum werde dringend zeitgemäßer und bezahlbarer Wohnraum benötigt. Daher stehen Modernisierungen von Wohngebäuden, Umnutzungen ehemals landwirtschaftlicher Gebäude und Baulückenschlüsse derzeit im Fokus des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum. Gerade bei der Innenentwicklung bietet das Bauen mit Holz vielfältige Möglichkeiten und leistet damit auch einen wichtigen Beitrag zur Baukultur.

Veranstaltungsreihe

Die Tagungsreihe wird von der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg, der Architektenkammer Baden-Württemberg, der Ingenieurkammer Baden-Württemberg, dem Landesbeirat Holz Baden-Württemberg e.V., dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg und der proHolzBW GmbH in Kooperation mit dem Gemeindetag Baden-Württemberg, dem Städtetag Baden-Württemberg sowie dem Landkreistag Baden-Württemberg veranstaltet. Die einzelnen Termine der Veranstaltungsreihe sind:

  • 10. April 2019, Tübingen – Bühl
  • 9. Mai 2019, Aglasterhausen
  • 3. Juli 2019, Bad Wurzach
  • 23. Juli 2019 Urbach
  • 14. Oktober 2019, St. Märgen

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

Red./MLR Baden-Württemberg

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