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Bei der Umsetzung ihrer Ziele steht die deutsche Säge- und Holzindustrie für eine umweltverträgliche und wertschöpfende Nutzung des Werkstoffs und Bioenergieträgers Holz.

Holzbau kann wirkungsvoll zu Zielen des Wohngipfels beitragen

Die Säge- und Holzindustrie als wichtiger Bau-Zulieferer befürwortet die Initiative der Bundesregierung zur stärkeren Wohnbauförderung, weist jedoch auch auf die notwendige Entwicklung der Musterbauordnung und die weitere baurechtliche Harmonisierung zwischen den Bundesländern hin.

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) begrüßt die Ergebnisse des Wohngipfels der Bundesregierung am 21. September 2018 im Bundeskanzleramt. Als „wichtiges Signal“ und Ergebnis der Bemühungen der Branche wertet DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt die Tatsache, dass speziell der Holzbau im Ergebnispapier genannt ist und verweist auf die konkreten Maßnahmenvorschläge in der kürzlich von den Verbänden der Forst- und Holzwirtschaft vorgestellten Wohnraumoffensive Holz.

Auf Einladung von Bundeskanzlerin Merkel und im Beisein der Ressortminister Seehofer (Bau) und Scholz (Finanzen), von Tobias Hans (Saarland) als Vertreter der Länder und Roland Schäfer für die Kommunen (Deutscher Städte- und Gemeindebund, Städtetag und Landkreistag) sowie Michael Müller, dem Regierenden Bürgermeister Berlins, wurde am 21. September 2018 in Berlin eine Wohnraumoffensive für Deutschland vereinbart. Sie soll in den nächsten drei Jahren entscheidend zur Entlastung des in vielen Metropolen und Städten angespannten Immobilien- und Mietwohnungsmarktes beitragen.

Ziel ist, dass in dieser Periode in den Zentren stärkster Nachfrage rund 1,5 Mio. neue Wohnungen und Eigenheime entstehen, darunter 100.000 Wohnungen mit Sozialbindung. Allein für den Sozialwohnungsbau will der Bund bis 2021 mindestens 5 Mrd. € in die Hand nehmen, weitere Mittel u. a. für ein Baukindergeld bereitstellen.

Holzbaulösungen sind ideal

„Die Säge- und Holzindustrie als wichtiger Bau-Zulieferer befürwortet die Initiative der Bundesregierung zur stärkeren Wohnbauförderung“, so Schmidt. „Holzbaulösungen sind ideal zur schnellen Schaffung von Wohnraum und bei der Nachverdichtung von Städten durch Umbau, Ausbau und Aufstockung. Holz als nachwachsender Rohstoff kann dabei auch noch seine besonderen ökobilanziellen Vorteile einbringen.“ Hier sei gerade auch die öffentliche Hand in ihrer Vorbildfunktion gefragt – indem der Bund plant, serielles und modulares Bauen im Rahmen seiner eigenen Wohnungsbauprojekte gezielt anzuwenden. Gerade für diese hält der Holzbau mit vorgefertigten Bauelementen und auch ganzen Raumzellen effiziente Lösungen parat.

Sonderabschreibung, Musterbauordnung, Sanierung

Die Branche begrüßt die geplante Einführung einer steuerlichen Sonderabschreibung (Sonder-AfA) für den Mietwohnungsbau, weil gerade damit der Dachgeschossausbau oder die Umwidmung von Gewerbeflächen zu Wohnraum gefördert wird. Hierbei können Holzprodukte ihre technischen Vorzüge, also hohe Leistungsfähigkeit bei geringem Gewicht, hervorragend einbringen.

Für den Holzbau ist auch die beim Wohngipfel thematisierte Entwicklung der Musterbauordnung (MBO) und deren weitere Harmonisierung zwischen den Bundesländern wichtig, um den Planungs- und Genehmigungsaufwand im Bauwesen zu reduzieren und die damit verbundenen Abläufe zu beschleunigen.

Der DeSH merkt aber an, dass die Regierung im Rahmen der Wohnraumoffensive bis 2021 auch die Förderung des Einsatzes nachwachsender Rohstoffe bei der Sanierung des Gebäudebestands und die Umstellung von Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen auf klimaschonende Lösungen in den Blick nehmen sollte.

Zur Wohnraumoffensive Holzbau (PDF)

Red./Quelle: DeSH

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