Holzverkauf und Holzpreise

Holzbau: Holzversorgung trotz dynamischer Marktlage gesichert

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

„Die Holzbauweise bietet enorme Möglichkeiten für den Klimaschutz. Sie ist eine wichtige Säule, um die deutschen und weltweiten Klimaschutzziele bis 2050 zu erreichen. Wir müssen alles daransetzen, dass dieses Ziel nicht durch die aktuell angespannte Marktsituation bei der Verfügbarkeit von Holz gefährdet wird“, mahnt Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland und reagiert damit auf die aktuelle Entwicklung in der Holzbranche.

Die Nachfrage nach Holz ist im Inland aber auch durch vermehrten Export insgesamt gestiegen. Hinzu kommen die klimabedingten Folgen von Trockenheit, Stürmen und Borkenkäfer in den vergangenen Jahren, die sich zusätzlich auch auf Logistik und Produktion auswirken. Das Überangebot an Kalamitätsholz kann nicht schnell genug verarbeitet werden. Peter Aicher appelliert an die Politik vermehrt Nassholzlager einzurichten, um den Marktschwankungen besser begegnen zu können. Diese könnten den Holzmarkt entlasten und die Verfügbarkeit des Rohstoffs Holz auf dem heimischen Markt verbessern.

Mit Augenmaß bestellen

Angesichts der dynamischen Marktlage ruft Aicher jedoch auch zur Ruhe und Besonnenheit auf. Für Holzbauunternehmen sei es im Augenblick schwer, Aufträge zu planen und zu kalkulieren. Aber die Holzversorgung sei trotz dynamischer Marktlage langfristig durch das Nachhaltigkeitsprinzip gesichert. Dennoch sollten die Unternehmen Holz mit Augenmaß bestellen, um die Marktlage nicht weiter zu verschärfen.

Bedarf langfristig sichern

Aicher betont, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzuschätzen sei, wie sich die Marktlage weiter entwickeln werde. Es sei in jedem Fall unerlässlich und wichtig, dass alle an der Wertschöpfungskette Beteiligten im Austausch bleiben, um den notwendigen Bedarf für die Holzbranche langfristig sicherzustellen.

Regionale Konzepte entwickeln

Aicher appelliert an alle, die regionale Wertschöpfung zu stärken und über Runde Tische mit Waldbesitzern, Sägewerks-Familienbetrieben und Zimmerer-Innungen vor Ort Konzepte für regionale Kreisläufe zu entwickeln. „Dies sichert uns nicht nur die Verfügbarkeit, sondern ist zudem noch im hohen Maße ökologisch und CO2 reduzierend, da wir dadurch lange Transportwege vermeiden.“

Auch Käferholz nutzen

Peter Aicher mahnte, mit Holz verantwortungsvoll umzugehen und es auch ressourcenschonend einzusetzen, wie im Holzrahmenbau. Auch sollte der regionale Holzvorrat bestmöglich genutzt werden. Dazu gehöre, dass auch Holz, das durch klimatische Einflüsse oder den Borkenkäfer betroffen ist, zum Einsatz kommt. Das sogenannte Kalamitätsholz besitze konstruktiv die gleiche Qualität wie herkömmliches Schnittholz. Es könne daher ohne Einschränkungen im nicht sichtbaren Bereich verbaut werden.

Quelle: Holzbau Deutschland