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Holzarchitektur als Klammer zur Moderne

Holzarchitektur als Klammer zur Moderne

ThüringenForst setzt auf den Holzbau – traditionell im ländlichen, modern im urbanen Raum – denn verstärkter Holzbau kann erheblich zur Senkung von klimaschädlichen Treibhausgasen beitragen.

Wenige Wochen vor der Schlüsselübergabe des im Holzbau neu erstellten Dienstgebäudes des Thüringer Forstamtes Jena-Holzland verweist die Thüringer Landesforstanstalt auf den Roh-, Bau- und Werkstoff Holz, der ein großes Potenzial zur Reduktion der Treibhausgasemissionen besitzt. ; Dies weist eine aktuelle Studie der Ruhr-Universität Bochum nach, die damit ein vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) gefördertes Forschungsvorhaben abschließt. ; Demnach kann ein Gebäude, welches, statt in mineralischer, in Holzkonstruktion errichtet wurde, bis zu 56 % an Treibhausgasen einsparen. Zusätzliches Einsparpotential ergibt sich durch einen holzbasierten Innenausbau, etwa bei Bodenbelägen, Fenstern und Türen. ; Die Holzbauquote betrug in Thüringen im Jahr 2016 im zukunftsträchtigen Neubausektor der Ein- und Zweifamilienhäuser 16,7 % und liegt damit deutlich hinter der Quote in Baden-Württemberg (30 %) und Hessen (28 %) zurück. ; Holzbau: Traditionell im ländlichen Raum, modern im urbanen Raum ; „Der Holzbau hat im ländlichen Raum eine Jahrhunderte alte Tradition, im urbanen Raum ist der Holzbau die Klammer zur Moderne“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Neben der traditionellen Massivholzbauweise erlauben vor allem innovative Holzbausortimente wie Konstruktionsvollholz, Brettschichtholz oder Brettsperrholzplatten den Einsatz von Holz im Bausektor in einem weiten Spektrum. Immer mehr Architekten erkennen, dass moderne und sichere Bauweisen vor allem mit Holz schnell und kostengünstig zu realisieren sind. ; In jedem Fall sichert der Holzbau aber nicht nur eine erhebliche Kohlenstoffspeicherwirkung, da Holz an sich Kohlenstoff einlagert. Durch die Substitutionswirkung energieintensiver mineralischer Baustoffe wie Beton oder Stahl durch Holz verbessert sich die Ökobilanz der Gebäude weiter. Aus diesem Grund wurden 78 % der 2016 erstellten Holzfertighäuser als besonders energieeffiziente und förderfähige KfW-Effizienzhäuser realisiert. ; „Gerade vor dem Hintergrund der ambitionierten nationalen Klimaschutzziele könnten über die Materialwahl bei Bauvorhaben relativ einfach und sofort Einsparpotentiale gehoben werden“, so Gebhardt weiter. Ein weiterer Vorteil von Holz ist dessen leichte Entsorgung. Als natürlicher Baustoff ist dessen letztendliche energetische Verwertung klimaneutral, ganz anders als bei konventionellen Baustoffen. ; ThüringenForst erstellt Forstamt in innovativer Holzbauweise ; Für Gebhardt war es deshalb klar, dass mit dem Neubau des Forstamtes Jena-Holzland die nachhaltig erwirtschaftete Ressource Holz sowohl in der Konstruktion wie im Innenbereich umfangreich zur Anwendung kommen musste. Dabei wurde ein durch die thüringische Firma Pollmeier neu entwickeltes Buchenfurnierschichtholz, die sog. BauBuche, im konstruktiven Bereich eingesetzt. Dieses neue Produkt erlaubt es, hochtragfähige Holzbalken in kleinerer Dimension einzusetzen. Dies spart Bauraum und verbessert die Ästhetik. ; Entscheidend ist für Gebhardt allerdings die Ökobilanz des maßgeblich in Holz ausgeführten Amtsgebäudes. Die damit mögliche Kohlenstoffspeicherung wie auch die Substitutionseffekte gegenüber herkömmlichen, energieintensiven Baustoffen sind erheblich und zeigen die Verantwortungsdimension der handelnden Akteure.

ThüringenForst

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