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Potenziale der Holzenergie

Holz wichtigster erneuerbarer Energieträger zur Wärmeerzeugung

„Der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch soll in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 auf mindestens 13 Prozent erhöht werden. Dies entspricht einer Steigerung von knapp 40 Prozent“, sagte der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, Rudolf Köberle MdL, am 3. September 2010 in Balingen (Zollernalbkreis). Dieses Ziel lasse sich nur erreichen, wenn die energetische Verwendung von Waldrestholz weiter vorangetrieben werde. Der Biomasseaktionsplan der Landesregierung sehe dies vor. Der Landesbetrieb ForstBW erarbeite derzeit ein Energieholzkonzept für den Staatswald des Landes.
„Die Bedeutung der aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugten Energie nimmt immer weiter zu. So werden jährlich in Baden-Württemberg beispielsweise etwa 2,5 Millionen Kubikmeter Energieholz zur Wärmeerzeugung direkt aus dem Wald bereitgestellt“, erklärte Köberle. Dies entspreche rund 25 Prozent des landesweiten Holzeinschlags und rund 60 Prozent der Bioenergieerzeugung. „Der Einsatz von Energieholz im Land spart jährlich rund 600 Millionen Liter Heizöl, erhöht die Wertschöpfung im Ländlichen Raum um viele Millionen Euro, schafft Arbeitsplätze und vermeidet rund 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid“, erläuterte der Forstminister.
Wälder werden nicht „verheizt“
„Mit rund 1,4 Millionen Hektar naturnah bewirtschafteten Wäldern verfügt das Wald-land Baden-Württemberg über ein hohes Potenzial an Energieholz. Bei der Ernte von Stamm- oder Nutzholz fallen große Mengen Restholz in Form von Baumkronen und Ästen an, die sinnvoll energetisch verwendet werden können“, sagte Köberle. Strenge gesetzliche Auflagen, Selbstverpflichtungen und nicht zuletzt der Sachverstand der Förster würden sicherstellen, dass die Wälder nicht sprichwörtlich „verheizt“ würden. „Es wird weniger Holz eingeschlagen als nachwächst. Das Prinzip der Nachhaltigkeit gilt in der heimischen Forstwirtschaft seit über 200 Jahren“, betonte Köberle. Aufgabe der Forstexperten sei es, die Bereitstellung von Energieholz schonend, naturverträglich und rationell zu organisieren. Hierzu bedürfe es vor allem intelligenter Konzepte und einer ausgeklügelten Logistik. Daran arbeite man derzeit beim Landesbetrieb ForstBW. Daneben werde bei der Holzaufbereitung darauf geachtet, dass eine möglichst hochwertige Verwendung erfolge. „Wir verheizen kein wertvolles Bauholz oder das Holz der Schreiner für den Möbelbau“, ergänzte der Minister.
Chance für Waldbesitzer und stabile Wälder
„Die Bereitstellung von Energieholz bietet den Waldbesitzern zusätzliche Einnahmen und Absatzmöglichkeiten für sonst nur sehr schlecht zu vermarktende Holzprodukte“, sagte Köberle. Beides vereinfache den rund 260.000 Waldbesitzern im Land die Pflege der Wälder. „Nur wenn die Waldbesitzer vernünftige und wirtschaftlich interessante Absatzmöglichkeiten für alle bei der Waldpflege anfallenden Hölzer haben, können sie die Bestände durchforsten und weiterentwickeln“, so Köberle. Ziel seien stabile Mischbestände mit einem ausgewogenen Verhältnis der einzelnen Baumarten, von denen auch die Gesellschaft und die Menschen kommender Generationen profitieren würden. Die Verwendung von Waldenergieholz sei vor diesem Hintergrund richtig und sinnvoll.
Wertschöpfung bleibt in der Region
„Herkömmliche Energieträger wie Kohle, Öl oder Erdgas sind in der Hand multinatio-naler Konzerne. Die damit erzeilten Gewinne landen mitunter in aller Herren Län-der“, sagte Köberle. Energieholz biete die Chance, im Energiesektor Wertschöpfung dezentral zu generieren und so den Menschen im Ländlichen Raum ein zusätzli-ches wirtschaftliches Standbein zu verschaffen. „Waldbesitzer, forstliche Lohnunternehmer und die Betreiber von dezentralen Biomasseheizkraftanlagen arbeiten in der Fläche und verdienen dort ihr Geld. Dies trägt wesentlich zur Stärkung des Ländlichen Raums bei. Regionale Energieholzkonzepte arbeiten mit kurzen Transportwegen. Dies schont auch die Umwelt und verbessert die ohnehin sehr gute Ökobilanz von Energieholz zusätzlich“, betonte Minister Köberle.
Weitere Informationen zu den Themen Wald und Nachwachsende Rohstoffe finden sich auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de.
Umfassende Informationen zum Wald in Baden-Württemberg sind unter www.forstbw.de abrufbar.
MLR

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