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Kohlekraftwerk Zolling

Bayern prüft die Schadholz-Verbrennung in Kohlekraftwerken

Am 16. Juni haben die Regierungsfraktionen im bayerischen Landtag, CSU und Freie Wähler, einen Dringlichkeitsantrag zur Mitverbrennung holzartiger Biomasse in Kohlekraftwerken gestellt. Am 29. Juni findet in Rahmen der EU Sustainable Energy Week ein Webinar zur künftigen Rolle der Biomasse statt.

Ziel des Antrags ist der Einsatz die Aufforderung der bayerischen Staatsregierung durch den Landtag, sich beim Bund für die Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken einzusetzen. Nach der Vorstellung der Antragsteller soll dies möglichst ohne Veredelung des Holzes und ohne Umrüstung der Kraftwerke ermöglicht werden. Und es soll in Bayern geprüft werden, wie Betreiber von Kohlekraftwerken in die Lage versetzt werden können, Holz ohne dessen vorherige Veredelung zu verstromen.

Vor einigen Wochen noch hatte sich Robert Morigl, Ministerialrat im bayerischen Landwirtschaftsministerium, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk kritisch geäußert. Wie er gegenüber dem DLV erklärte, richtete sich die damalige Fragestellung auf das Verheizen von Stammholz, wobei der Staat das Holz zu regulären Preisen aufkaufen hätte sollen. Seine Aussagen kamen dann jedoch in einem anderen Kontext. Prinzipiell, so Morigl, sei eine Verstromung von Holz sinnvoll und begrüßenswert, insbesondere vor dem Hintergrund von Atom- und Kohleausstieg.

Antrag angenommen

Der Dringlichkeitsantrag wurde am 17. Juni im Landtag debattiert. Freie Wähler und CSU argumentierten, dass man bis zu 10 % Holz in Form von Hackschnitzeln und sogar bis zu 50 % in Form von Pellets in einem Kohlekraftwerk mit verfeuern könnte, ohne dass ein Umbau des Kraftwerks nötig sei. Bei Anteilen über 50 % wären allerdings Umbaukosten in Höhe von 140 Mio. € pro Kraftwerk fällig. Hinsichtlich der Kohlekraftwerke gehe es darum, für technische Barrieren Lösungen zu entwickeln. In der Debatte wurde aber schon deutlich, dass eine Mitverfeuerung von Holz gänzlich ohne Aufbereitung des Holzes nicht möglich sein wird. Es muss zumindest gehackt, wenn nicht sogar pelletiert werden. Die Opposition favorisierte eher lokale Ansätze wie die Förderung von kommunalen Hackschnitzel- oder privaten Pelletheizungen. Am Ende wurde der Dringlichkeitsantrag mit den Stimmen von Freien Wählern und CSU angenommen.

Zukunft der Biomasse

Zu diesem Thema richtet die U.S. Industrial Pellet Association (USIPA) im Rahmen der EU Sustainable Energy Week (eusew.eu) am Montag 29. Juni um 14:00 Uhr ein Webinar aus. Es geht um die Zukunftsaussichten der Biomasse im Rahmen des Europäischen Green Deal. Die Veranstaltung wird in Englischer Sprache stattfinden. Nach der moderierten Podiumsdiskussion gibt es eine Fragerunde, in der die Teilnehmer Fragen stellen können.

Bestätigte Redner und Rednerinnen für das Webinar sind:

  • Seán Kelly MEP, Mitglied des Europäischen Parlaments (EVP, Irland)
  • Jennifer Jenkins, PhD, Vizepräsidentin und Chief Sustainability Officer, Enviva Biomass
  • Martin Junginger, PhD, Professor für Energie und Ressourcen des Kopernikus-Instituts, Universität Utrecht
  • Rebecca Heaton, PhD, Leiterin der Abteilung Klimawandel, Drax
  • Fanny-Pomme Langue, Generalsekretärin, Konföderation der europäischen Grundeigentümer (CEPF)
  • Robert Seehawer, Senior Business Developer, European Energy Exchange (EEX) (Moderator)

Für die Teilnahme am Webinar können Sie sich hier registrieren.

Bay. Landtag/Brunswick/Red.

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