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„Holz als Energieträger der Zukunft“

Beim Fachseminar „Wärmewende mit Holz“ am 18.11.2015 in Straubing hat Bayerns Energiestaatssekretär Franz Josef Pschierer die Bedeutung von Holz als Energieträger unterstrichen: „Es ist wichtig, für die Vorzüge der regenerativen Energiequelle Holz zu werben. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir neben der Strom- auch die Wärmewende anpacken. Holz ist gespeicherte Energie. So können Wärme und Strom zuverlässig und bedarfsgerecht erzeugt werden. Holz kann deshalb einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten.“
Bei dem Seminar wurde die Frage beleuchtet, welchen Beitrag Holz zur Wärmewende leisten kann. Seit Mitte 2014 hat sich der Ölpreis fast halbiert und bewegt sich auf einem sehr niedrigen Niveau. Sollte der Ölpreis weiter so niedrig bleiben, wird die negative Beeinflussung des Wärmemarktes im Hinblick auf die Nutzung erneuerbarer Energien voranschreiten.
Regionale Wertschöpfung schaffen
Die Veranstaltung, die von Klaus Reisinger, Leiter LandSchafftEnergie am Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing, moderiert wurde, zeigte auf, wie sich Holz als Energieträger noch intelligenter nutzen lässt. Holz kann als Energieträger der Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten und Akzeptanz bei den Bürgern durch regionale Wertschöpfung schaffen, was ihm als Energiestaatssekretär besonders am Herzen liege, sagte Pschierer. „Der verstärkte Einsatz von Holz als Wärmequelle schafft hervorragende wirtschaftliche Voraussetzungen für das bayerische Handwerk und den Wärmesektor“, betonte er. Für Bayern als eine der waldreichsten Regionen in Europa biete die Wärmewende mit Holz eine große Chance.
Pschierer räumte aber auch ein, dass die politischen Rahmenbedingungen für das Bioenergieland Bayern nicht optimal seien. „Wir werden alles dafür tun, um die Interessen Bayerns in Berlin durchzusetzen.“ Ein Beispiel dafür sei die Anschlussförderung für bereits bestehende Biomasseanlagen.
Politische Unterstützung und „richtige“ Signale
Pschierer nahm auch an der vom Fachjournalisten Hinrich Neumann moderierten Podiumsdiskussion teil. Die Branchenvertreter stellten als die momentan größten Probleme der Holzenergie die harte Konkurrenz durch Öl- und Gas sowie das trotz hoch entwickelter und sauberer Technologie schlechte Image in der Bevölkerung in den Mittelpunkt. Man wünsche sich politische Unterstützung und „richtige“ Signale.
Pschierer betonte die Wichtigkeit der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand und die Notwendigkeit fester politischer Entscheidungen, die eine Planungssicherheit gewährleisten. Bei der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass noch viel Aufklärungsarbeit hinsichtlich biogener Festbrennstoffe nötig sei. Das Thema Zertifizierung von Hackschnitzeln wurde vor allem für kommunale Projekte vom Podium als positiv bewertet. Zum Thema Kraft-Wärme-Kopplung wurde betont, dass eine Durchdringung des Wärmemarktes Priorität habe, wobei wärmegeführte Anlagen auch hier eine Brücke zur Stromerzeugung schlügen.
Aspekte der Wärmewende
Die Referenten gingen auf verschiedene Aspekte der Wärmewende ein: So zeichnete Helmut Lamp vom Bundesverband BioEnergie e.V. die Wärmebereitstellung aus Holzenergie nach.
Dr. Herbert Borchert von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) informierte zum Energieholzmarkt in Bayern. Das bayerische Förderprogramm BioKlima stellte Emanuel Schlosser vom TFZ vor. Die Förderung schaffe Anreize, damit in Bayern noch mehr in automatisch beschickte Biomasseheizwerke mit hohen Umweltstandards investiert wird.
 
Laura Osterholzer von der Regierung von Niederbayern informierte über das bayerische 10.000-Häuser-Programm: Zum einen können Bürger beim „EnergieSystemHaus“ für grundlegende Sanierungen oder energieeffiziente Neubauten Gelder in Anspruch nehmen und zum anderen den „Heizungstausch“ nutzen, wenn sie in ihrem bestehenden Gebäude keinen großangelegten Umbau verwirklichen wollen oder können. Außerdem wurden verschiedene innovative Nahwärmelösungen sowie Beispiele aus der Praxis präsentiert.
Zum Schluss der Veranstaltung stellte Wolfram Schöberl von C.A.R.M.E.N. das neue Berechnungsprogramm „Sophena“ (Software zur Planung von Heizwerken und Nahwärmenetzen) vor.
Auftakt für mehrere Veranstaltungen zum Thema „Wärmewende mit Holz“
Rund 60 Teilnehmer waren zur Veranstaltung vom bayernweiten Beraternetzwerk LandSchafftEnergie und von C.A.R.M.E.N. e.V. nach Straubing gekommen. Unter ihnen waren unter anderem Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes, der bayerischen Energieagenturen, des bayerischen Kaminkehrerhandwerks, der IHK Niederbayern sowie kommunale Entscheidungsträger und Hersteller von Heizkesseln. Das Fachseminar bildet den Auftakt für mehrere Veranstaltungen zum Thema „Wärmewende mit Holz“.
Interessierte Bürger können sich unter www.LandSchafftEnergie.bayern/waermewende über die einzelnen Termine informieren, die in allen bayerischen Regierungsbezirken stattfinden.
LandSchafftEnergie

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