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Hohe Qualität bei der Bodenschutzkalkung sichern

ForstBW und die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG e.V.) wollen Qualitätsstandards für die in der Bodenschutzkalkung eingesetzten Materialien im Wald erarbeiten. Ein erstes Arbeitstreffen fand am 4. Mai in Stuttgart statt.

Landesforstpräsident Max Reger erläuterte: „Die bundesweite Bodenzustandserhebung II hat gezeigt, dass eine gezielte Kalkung von Waldflächen die Stabilität von Wäldern auf versauerten Waldböden deutlich verbessert.“ Der Landesbetrieb ForstBW wird gemeinsam mit der DLG e.V. Qualitätsstandards für die in der Bodenschutzkalkung im Wald eingesetzten Materialien und Rezepturen erarbeiten. „Baden-Württemberg setzt seit rund zehn Jahren Gemische aus Kalkstein (Dolomit), Holzasche und Wasser für die Bodenschutzkalkung ein“, so Reger am 4. Mai in Stuttgartim Rahmen eines Arbeitstreffens mit der DLG e.V. Holzasche werde in den Fällen zugesetzt, wenn Bodenproben einen Mangel an Kalium und Phosphor anzeigen. Holzaschen ersetzen insbesondere das bis 2008 bei Kaliummangel verwendete Kaliumsulfat.

Zeitaufwändige Qualitätssicherung

Reger betonte: „Die Qualitätssicherung in der Bodenschutzkalkung ist derzeit immer noch sehr zeitaufwändig. Vor dem Hintergrund geänderter Rahmenbedingungen möchten wir mit einer Neukonzeption eine umfassende und effiziente Qualitätssicherung der eingesetzten Materialien und Rezepturen erreichen.“ Der Landesforstpräsident weiter: „Künftig soll es zwei geprüfte Produkte für die Waldkalkung geben. Deren Herstellung von den einzelnen Bestandteilen bis zum fertigen Gemisch soll von einer externen und neutralen Stelle überwacht werden.“ Laufende Überwachung sollen darüber hinaus die geforderten Eigenschaften gewährleisten.

Das neue Verfahren wird den Bearbeitungsaufwand bei den unteren Forstbehörden sowie in der Betriebsleitung von ForstBW deutlich reduzieren. „Ein definiertes und qualitätsgesichertes Produkt vereinfacht die Ausschreibung und Vergabe“, erklärte Reger. Es schaffe zudem Rechtssicherheit im Rahmen der Förderung von EU, Bund und Land in Bezug auf die geforderte Qualität des eingesetzten Materials.

„ForstBW und die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt haben mit der Ausbringung der Holzasche im Wald eine sinnvolle und umweltgerechte Verwertung gefunden und leisten mit der qualitätsgesicherten Ascherückführung einen wichtigen Beitrag für einen echten Stoffkreislauf“, betonte Landesforstpräsident Reger.

Hintergrund

Vorteile von Holzasche gegenüber Kaliumsulfat:

  • Ressourcenschonung natürlicher Dolomit-Vorkommen: Holzasche wirkt im Gegensatz zu Kaliumsulfat basisch. Der Verbrauch an Dolomit und die mit dem Abbau verbundenen Eingriffe in die Landschaft werden dadurch gesenkt.
  • Qualitätsgesicherte Holzaschen aus unbehandelten Hölzern bringen einen Teil der aus dem Wald ausgetragenen Nährstoffe in das Ökosystem zurück. Der Austrag von Nährstoffen wie Calcium und Kalium im Rahmen der Nutz- und Brennholzgewinnung ist vor allem auf nährstoffarmen Standorten sowie bei einem hohen Feinreisig- und Rindenanteil spürbar und kann auf diese Weise ausgeglichen werden.
  • Holzasche enthält den für das Pflanzenwachstum wichtige Nährelement Phosphor, das in dem früher verwendeten Kaliumsulfat nicht enthalten war.

Holzasche und Qualitätssicherung

2016 wurde auf Empfehlung der FVA das RAL-Gütezeichen GZ 252/1 qualitätsgesicherte Holzaschen der Bundesgütegemeinschaft Holzaschen e.V. verpflichtend eingeführt. Damit wird bereits im Heizkraftwerk sichergestellt, dass die Holzasche keine Schadstoffe enthält. Für kleine, regionale Heizkraftwerke lohnt sich eine Zertifizierung mit dem RAL-Gütezeichen nicht. Materialproben erfolgen engmaschig und standardisiert anhand eines Merkblattes sowie eines Probenahmeprotokolls.

ForstBW

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