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Höhere Zuschüsse

Höhere Zuschüsse für Holzfeuerungen

Die Nutzung von Bioenergien wird in Deutschland derzeit etwas ausgebremst. Schuld ist die Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie die Verschärfung der Emissionsgrenzwerte durch die Novelle der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV). Um die sinkende Nachfrage aufzuhalten, wurde das Marktanreizprogramm (MAP) für erneuerbare Wärme aufgestockt; die Veränderung trat zum 1. April 2015 in Kraft. Mit der Novelle wurden unter anderem die Fördersätze für Holzfeuerungen im Leistungsbereich von 5 – 100 kW für Scheitholz-, Holzhackschnitzel- und Holzpellets erhöht.

  • Handbeschickte Biomassefeuerungen können nun mit 2 000 € pro Anlage bezuschusst werden, wenn die staubförmigen Emissionen laut Nachweis des Herstellers unter 15 mg/m³ Rauchgas liegen und ein Mindestpufferspeichervolumen von 55 l/kW vorhanden ist.
  • Hackschnitzelfeuerungen mit automatischer Zündung können mit 3 500 € je Anlage bezuschusst werden, wenn ein Pufferspeicher mit mindestens 30 l/kW vorhanden ist. Das gilt auch für kombinierte Kessel für Holzhackschnitzel und Scheitholz, wenn ein Mindestpufferspeichervolumen von 55 l/kW für den handbeschickten Teil der Anlage zur Verfügung steht.
  • Automatisch beschickte Anlagen mit automatischer Zündung für Holzpellets können mit 80 €/kW bezuschusst werden. Dabei gelten folgende Mindestbeträge: Pelletöfen mit Wassertasche 2 000 €, Pelletkessel 3 000 €, Pelletkessel mit neu errichtetem Pufferspeicher (mind. 30 l/kW) 3 500 €. Auch Kombikessel können bezuschusst werden.
  • Die Nachrüstung von Brennwert- oder Filtertechnik kann in bestehenden Anlagen mit 750 € bezuschusst werden. Der Abscheidegrad von Filtern muss mindestens 50 % betragen, Fliehkraftabscheider (Zyklone) werden nicht gefördert. Der Kesselwirkungsgrad – bei Pelletöfen der feuerungstechnische Wirkungsgrad – muss mindestens 89 %, bei Pelletöfen mit Wassertaschen mindestens 90 %, betragen.
  • Gefördert werden Erneuerungen bestehender Heizsysteme im Gebäudebestand, die mindesten zwei Jahre alt sind und das alte Heisystem ersetzen oder ergänzen. Über die sogenannte Innovationsförderung können Brennwertgeräte oder Staubfilter in Neuanlagen sowohl in Alt- wie auch in Neubauten bezuschusst werden (max. 5 250 €).
  • Ein sogenannter Kombinationsbonus von 500 € pro Anlagenkombination kann gewährt werden, wenn Biomassekessel an Wärmenetze angeschlossen werden oder mit Solarkollektoranlagen oder effizienten Wärmepumpen kombiniert werden. Im Einzelfall kann es auch Zusatzförderung für Optimierungsmaßnahmen rund um die zu errichtende Anlage geben. Dies kann eine Schornsteinsanierung, ein hydraulischer Abgleich des Systems oder auch das Herrichten eines Heizraumes sein. Der Zuschuss kann bis zu 10 % der förderfähigen Investitionskosten oder 50 % der Basisförderung betragen.
  • Biomassefeuerungen bis 100 kW, die der Bereitstellung von Prozesswärme für Tierställe, der Pflanzenaufzucht oder auch der Holztrocknung dienen, können mit bis zu 30 % der Nettoinvestition oder max. 40 000 € bezuschusst werden.

Bei der Antragstellung wird nach ein- und zweistufigen Verfahren unterschieden. Im einstufigen Verfahren, das vorwiegend für private Antragsteller gilt, kann ein Antrag bis zu neun Monate nach Inbetriebnahme der Anlage gestellt werden. Das zweistufige Verfahren, das für Unternehmen auch der Land- und Forstwirtschaft gilt, ist vor Maßnahmenbeginn zu beantragen. Hier sei darauf hingewiesen, dass das landwirtschaftliche Wohnhaus zum „Privatvermögen“ gehört.Entsprechende Vorhaben können ggf. noch durch Kreditprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ergänzt werden, das Programm Erneuerbare Energien „Premium“ für Biomassefeuerungen mit Leistungen von mehr als 100 kW gilt weiter mit bisherigen Förderkonditionen.www.bafa.dewww.kfw.de

Carsten Brüggemann

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