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Höfken: „Klimakrise macht Bäume krank“

Die Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken informiert sich über die Zusammenarbeit zwischen Soldatinnen, Soldaten und Forstleuten bei der Eindämmung des Borkenkäferbefalls. Die Lage ist ernst. Viele Bäume müssen notgeerntet werden.

Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken bedankt sich bei einem Besuch am Forstamt Bitburg für die gute Zusammenarbeit zwischen Forstleuten und Bundeswehr. Die Soldatinnen und Soldaten würden einen wertvollen Beitrag für den Wald leisten: „Leider müssen wir gerade viele Bäume noternten. Sie müssen gefällt werden, weil sie vom Borkenkäfer befallen sind. Von ihnen geht ein Ansteckungsrisiko für noch gesunde Bäume aus. Ich danke den Soldatinnen und Soldaten, dass sie uns helfen, kranke Bäume zu erkennen und so viele Borkenkäfer wie möglich unschädlich zu machen“, so Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken.

Trockenjahre begünstigen Borkenkäfer

Rund 120 Soldatinnen und Soldaten unterstützen seit Mitte Mai die Forstleute bei der Eindämmung der Borkenkäferkatastrophe und der Vorbereitung von Pflanzflächen. In den am stärksten geschädigten Wäldern in Hunsrück, Eifel und Westerwald halten sie unter anderem Ausschau nach Fichten mit rot gefärbten Nadeln und Bohrmehlhäufchen an der Borke. Dabei handelt es sich um eindeutige Anzeichen für einen Borkenkäferbefall. Die Forstleute fällen diese kranken Bäume. Im Anschluss schält der Einsatztrupp die Rinde vom Baum. Denn unter ihr vermehren sich die Käfer.

„Pestizide würden auch natürliche Feinde der Borkenkäfer, wie etwa den Ameisenbuntkäfer töten. Wir brauchen aber jede Hilfe, um den massiven Käferbefall zu stoppen. Denn 100.000 Nachkommen bekommt ein einziges Borkenkäferweibchen, wenn es so trocken ist, wie in den vergangenen beiden Jahren und die Tiere drei statt nur zwei Generationen ihres Nachwuchses bekommen. Dabei reichen schon rund 80 der kleinen Borkenkäfer aus, um eine Fichte zum Absterben zu bringen“, so Höfken.

Waldumbau zu Mischwäldern zwingend erforderlich

Daher sei es besonders wichtig, zu Beginn des ersten Borkenkäferausflugs – wie dieses Jahr im Mai – zu handeln. Jeder Käfer, den man zu diesem Zeitpunkt erwischt, kann sich nicht weiter vermehren und nicht zu einer explosionsartigen Reproduktionsrate beitragen.

„Darüber hinaus setzen wir alles daran, den Waldumbau fortzusetzen und aus unseren Wäldern klimastabile Mischwälder zu machen. Denn Mischwälder sind weniger anfällig für Baumkrankheiten und Schädlingsbefall. Es dauert aber Jahrzehnte, ehe ein Baum groß ist“, so Höfken. Auch hier unterstützen die Soldatinnen und Soldaten die Forstleute, indem sie die Stellen, die später mit klimaresilienten Baumarten bepflanzt werden sollen, freiräumen.

„Durch zu wenig Regen drei Jahre hintereinander zeichnet sich eine katastrophale Entwicklung bei der Schädigung der Bäume ab. Die Beseitigung der Borkenkäferlarven per Hand ist eine Mammutaufgabe, bei der die Forstmitarbeiter dringend Unterstützung benötigen. Deswegen ist es gut, dass wir unsere Kräfte im Rahmen der Amtshilfe dafür zur Verfügung stellen können. Schließlich ist der Schutz der Wälder eine Aufgabe, die uns alle angeht“, sagt Oberst Erwin Mattes, Kommandeur Landeskommando Rheinland-Pfalz und zuständig für Zivil-Militärische Zusammenarbeit.

Doch sowohl mit dem Pflanzen von geeigneten Baumarten, dem Entstehen von Mischwäldern und dem Noternten von kranken Bäumen sei es laut Höfken nicht getan. „Jeder Baum braucht Wasser, jede Pflanze braucht das, selbst ein Kaktus kann nicht ganz ohne. Wenn sich die Erderhitzung aber weiter verschärft, laufen wir Gefahr, unsere Wälder zu verlieren. Das wäre katastrophal. Was wir tun müssen, ist das Klima zu schützen und Ökosysteme zu erhalten. Wir müssen weg von fossilen Energien und hin zu erneuerbaren, etwa der Windenergie. Denn wenn wir das Klima schützen, schützen wir auch den Wald und letztlich auch uns und unsere Kinder.“

 

Hintergrund: Schadensbilanz

Für das Jahr 2018:

Schäden durch Borkenkäfer:

  • 1 Mio Fm Fichte
  • 1,1 Mio Fm Bäume
  • 3500 ha Aufforstungsfläche einschließlich Sturmwurf
  • Sturmschäden Sturm Friedericke 400.000 Fm

Für das Jahr 2019:

Schäden durch Borkenkäfer:

  • 3,05 Mio Fm Fichte
  • 3,5 Mio. Bäume
  • 6500 ha Aufforstungsfläche
  • Sturmschäden Sturmtief Eberhard: März 2019 350.000 Festmeter

Für das Jahr 2020, Stand Ende Mai:

  • 1,25 Mio Fm Borkenkäfer-Holz
  • Sturmschäden: 500.000 Fm, davon „Sabine“ mit 400.000 Fm

 

Lesen Sie hierzu einen eigenen Beitrag über Tipps für die Borkenkäfersuche. 

Hier finden Sie mehr zum Thema „Soldaten im Einsatz gegen den Borkenkäfer“. 

Quelle: MUEEF

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