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Hochschule Rottenburg: Weiter steigende Bewerberzahlen

Die Hochschule Rottenburg legt mit ihren Bewerberzahlen noch einmal zu und erzielt durch ein zentrales Vergabesystem bundesweite Aufmerksamkeit für ihre Spitzenposition. Nur die Finanzierungssituation der Hochschule hinkt ihrer Entwicklung noch deutlich hinterher.

An den meisten Hochschulen hat der demografische Faktor bereits zugeschlagen: Die Bewerberzahlen auf die Studienanfängerplätze stagnieren oder gehen zurück. Nicht so an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR): Nachdem bereits das Nachfragewachstum von 23 % im Vorjahr ungewöhnlich war, legt sie in diesem Jahr noch einmal gegen den allgemeinen Trend um 4,5 % zu.
Ihre attraktiven Studienangebote, der ausgezeichnete Ruf der Hochschule, die anerkannte Ausbildungsqualität in Verbindung mit den guten Berufschancen, die zeitgemäße Präsenz in den sozialen Netzwerken, das verbesserte Werbekonzept, die nach wie vor entspannte Wohnraum-Situation in Rottenburg, die familiäre Campus-Atmosphäre sowie die erstmalige Teilnahme am neuen, bundesweiten „Dialogorientierten Serviceverfahren“ der Stiftung Hochschulstart (DoSV) mögen Gründe dafür sein, dass die Zahl der Bewerbungen auf die 265 Anfängerplätze der HFR in ihren Bachelor-Studiengänge erneut gestiegen ist.
„Dialogorientiertes Serviceverfahren“
Ab 2018 müssen alle Hochschulen ihre Studienplätze über das zentrale „Dialogorientierte Serviceverfahren“ vergeben, um so den Bewerberinnen und Bewerbern Parallelbewerbungen auf ähnliche Studiengänge verschiedener Hochschulen zu ersparen.
Die HFR hat sich als eine der Pilothochschulen bereits in diesem Jahr dazu entschlossen, alle ihre grundständigen Studiengänge (Bachelor) über das DoSV anzubieten. Die drei Masterstudiengänge werden dagegen direkt durch die Hochschule vergeben. Dazu erläutert Matthias Scheuber, Prorektor der Hochschule: „Wir mussten uns zunächst mit dem neuen Vergabeverfahren vertraut machen und haben insgesamt gute Erfahrungen damit gemacht. Das Verfahren erhöht die Transparenz für Bewerber deutlich und ist damit eine weitere Verbesserung unserer Service-Angebote an die zukünftigen Studierenden.“
HFR als „erste Priorität“ 
Das neue Vergabeverfahren alleine kann nicht erklären, warum es der HFR erneut gelungen ist, dem allgemeinen Rückgang der Bewerberzahlen aufgrund der immer kleiner werdenden Jahrgänge der Abschlussklassen an weiterführenden Schulen zu trotzen. Ganz offensichtlich trifft die HFR mit ihrem Profil die Erwartungen der jungen Studierendengeneration. Fast 1.100 Personen haben sich mit mehr als 1.300 Anträgen in diesem Jahr auf Studienplätze der HFR beworben. Das war ein weiteres Plus von mehr als 4 % gegenüber dem Spitzenergebnis des Vorjahres.
Über 90 % der Bewerberinnen und Bewerber haben in ihrer Bewerbung das Studienangebot der HFR als „erste Priorität“ angegeben, für den Studiengang Forstwirtschaft waren es sogar 97 %. Das bedeutet, dass die Antragsteller unbedingt genau diesen Studiengang an genau dieser Hochschule studieren wollten.
Hoffen auf die Landesregierung
„Nach dieser tollen Bestätigung durch die Bewerberinnen und Bewerber hoffen wir, dass auch die grün-schwarze Landesregierung ihre Ankündigung zügig wahrmacht und die Grundfinanzierung der besonders stark ausgebauten Hochschulen rasch erhöht“, sagt Rektor Bastian Kaiser. Darauf vertrauen und hoffen die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Land (HAW) im Allgemeinen und die HFR, als die Hochschule mit dem stärksten relativen Wachstum aller Hochschulen, im Besonderen.
„Wir brauchen mehr Grundfinanzierung für unsere Planungssicherheit. Daueraufgaben können nicht mit kurzfristigen Verträgen bewältigt werden“, betont Kaiser. „Vieles hier wäre ohne den Einsatz und die hohe Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich gewesen. Auf Dauer können wir eine solche Belastung bei gleichbleibender hoher Qualität aber weder erwarten, noch halten.“
2017 startet der neue Master-Studiengang
Wenn die Hochschule am 4. und 5. Oktober die neuen Erstsemester begrüßt und das Wintersemester begonnen hat, sind knapp 1.100 Studierende in den aktuell sieben Studiengängen der HFR eingeschrieben. Damit ist das Ende der Entwicklung noch nicht erreicht: Im März 2017 startet der neue Master-Studiengang für Forstwirtschaft und stärkt die Forstkompetenz der Hochschule weiter.
HFR

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