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Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg: Kleinwindkraftanlage nimmt Probebetrieb auf

Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg: Kleinwindkraftanlage nimmt Probebetrieb auf

Ganz unauffällig fügt sich das neueste „Bauwerk“ der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) in das Gesamtbild des Hochschul-Campus am Schadenweilerhof. An einem 10 m hohen, aus massiven Holzteilen gefertigten Mast dreht sich eine kleine Windkraftanlage. Sie ist das Ergebnis eines Lehr-Lern-Projektes, dient zukünftig der Lehre und Forschung an der HFR und ist ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung von Holzmasten für Windkraftanlagen.
Kleinwindkraftanlage mit klappbarem Holzmast 
Die erste Kleinwindkraftanlage mit klappbarem Holzmast hat am 16.4.2014 an der Hochschule Rottenburg den Probebetrieb aufgenommen. Die Anlage wurde im Studiengang Erneuerbare Energien, im Rahmen der Vorlesung Umsetzung von Energiekonzepten projektiert und realisiert. Sie hat eine Masthöhe von 10 m, einen Rotordurchmesser von 3,5 m und eine Nennleistung von 3,5 kW.
Ziel der Lehrveranstaltung von Prof. Harald Thorwarth ist die Ausbildung von Studierenden mit einem hohen Praxisbezug. Hierzu haben die Studierenden die Projektplanung und Durchführung übernommen. Die verschiedenen Aufgaben wurden in einem Projektstrukturplan gegliedert und die unterschiedlichen Funktionen wurden von der studentischen Projektleitung und den einzelnen Teilprojektgruppen wahrgenommen. Die Arbeit der Studierenden erfolgt auch in Abstimmung mit den Sponsoren des Vorhabens, den Stadtwerken Rottenburg, den Stadtwerken Tübingen sowie der Kreissparkasse Tübingen.
Für die Ausbildung im Bereich der Erneuerbaren Energien öffnet die Anlage neue Möglichkeiten und erlaubt die praxisnahe Demonstration von Vorlesungsinhalten. Besonderes Merkmal der Anlage am Schadenweilerhof ist der klappbare Holzmast. Die Möglichkeit den Mast umzulegen vereinfacht Instandhaltungsmaßnahmen an der Gondel und verbessert die Nutzungsmöglichkeit in der Lehre entscheidend.
Holzmasten für Windkraftanlagen
Holz als nachwachsender Werkstoff hat an der Hochschule und vor allem im Studiengang Holzwirtschaft eine besondere Bedeutung und rückt auch im Windkraftwerksbau immer mehr in den Fokus. So arbeiten z.B. Firmen wie Züblin an Holzmasten für Windkraftanlagen mit Nabenhöhen von bis zu 150 m.
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und hat auch sonst diverse Vorteile. Ein Holzmast kann aus vielen Einzelteilen auf der Baustelle zusammengesetzt werden. Dies bedeutet, dass der Transport auf normalen Lastkraftwagen erfolgen kann und keine Sondertransporte notwendig sind. Auch aus statischer Sicht hat Holz Vorteile hinsichtlich der bei Windkraftanlagen auftretenden Schwingungen.
Trotz dieser Vorteile gibt es bisher wenig Erfahrung mit Holz als Werkstoff für Windkraftanlagen. Deshalb beabsichtigt Prof. Ludger Dederich die Anlage an der Hochschule auch dazu zu nutzen, um einen wissenschaftlichen Beitrag für die Entwicklung von Holzmasten für Windkraftanlagen zu leisten. „In diesem Projekt – und mit dieser kleinen Windkraftanlage – sind die Kompetenzen der HFR in idealer und sehr anschaulicher Weise eine Verbindung eingegangen: Der nachwachsende Waldrohstoff Holz als Basis für innovative Konzepte erneuerbarer Energien“, freut sich Harald Thorwarth. „Hier trägt das Holz die Windkraft buchstäblich und wird nicht von ihr bedroht, wie das bei großen Sturmereignissen gelegentlich der Fall ist.“
Auch der Naturschutz ist in das Projekt integriert. Die HFR wird, in Zusammenarbeit mit anderen Experten, die Wirkung des Windrades auf z.B. Fledermäuse, begleitend erforschen.
HFR

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