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Wald zurück auf den Acker

Bäume auf dem Acker? – „Jawohl“, findet eine Forschungsgruppe an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), die derzeit eine Agroforstfläche als Langzeitforschungs- und Modellprojekt im Löwenberger Land anlegt.

An zwei Wochenenden (18./19.11.2017 und 2./3.12.2017) werden dazu Baumreihen auf die landwirtschaftlich genutzte Projektfläche in der Gemeinde Großmutz gepflanzt. Die öffentlichen Pflanzaktionen finden jeweils täglich zwischen 10 und 16 Uhr statt.

In der innovativen Lehr- und Lernform „Agroforst: Modellprojekt in Brandenburg“ kommen Studierende aus verschiedenen Fachbereichen zusammen, um ein Agroforstsystem auf einer landwirtschaftlichen Fläche anzulegen. Koordiniert von Prof. Dr. Tobias Cremer und Dr. Ralf Bloch sollen Grundsteine für eine wissenschaftliche Agroforstwirtschaft-Langzeitstudie über potenziell mehrere Jahrzehnte gelegt werden. „In Deutschland ist der Flächenanteil von Agroforstflächen an landwirtschaftlich genutzten Flächen mit 1,6 % sehr gering und es besteht großer Forschungsbedarf. Hier setzen Studierende der HNEE an“, beschreibt Prof. Dr. Tobias Cremer das Forschungsvorhaben. Darüber hinaus solle das Projekt als modellhaftes Praxisprojekt durch seine positive Wirkung Landwirte und politische Vertreter überzeugen, Bäume zurück auf den Acker zu bringen.

Agroforstwirtschaft

Agroforstwirtschaft ist die Verbindung von Landwirtschaft und Forstwirtschaft, sie kombiniert Gehölze mit landwirtschaftlichen Kulturpflanzen oder Grünlandnutzung auf einer Fläche. Neben positiven Wechselwirkungen wie Wind- und Erosionsschutz, höheren Erträgen und höherer Biodiversität, sind Agroforstsysteme auch ein Beitrag zur Landschaftsgestaltung. Die Bäume und Sträucher können als Wert- oder Energieholz genutzt werden, aber auch Fruchterträge sind möglich.

HNEE

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