Kaiser Kettenbär

Historische Rückeraupe: Der Kettenbär

02. Mai 2018

Da haben wir eine ganz seltene Spezies erwischt. Den Kettenbär für den Wald hat die Firma Kaiser in Liechtenstein nämlich nur ein einziges mal gebaut. 1991 wurde er an die Oberforstdirektion München ausgeliefert und dann lange Zeit vor allem im Raum Berchtesgaden als Steilhang-Rückegerät eingesetzt. Nach der Ausmusterung übernahm ihn der langjährige Mechaniker, bevor ihn 2015 Borris Kniese aus Fuldabrück ausfindig machte. Der war für die furchtbar staunassen Böden in seinem Stammrevier nämlich schon lange auf der Suche nach einer kompakten, aber leistungsfähigen Kettenmaschine. Mit dem Kettenbär ist er hier oftmals der einzige, der fahren kann, ohne die Gassen zu zerstören. Trotz ihrer 27 Jahre ist die Technik nicht nennenswert veraltet und funktioniert einwandfrei. Für den 168-PS-Mercedes-Sechszylinder OM352 kriegt man wahrscheinlich auch 2035 noch Teile und die 2×6-t-Glogger-Winde ist ebenfalls unkaputtbar. Die alten Radantriebe entwickeln genug Traktion für 10 Fm im Seil. Da können die neumodischen Vorlieferraupen nicht mithalten. Mit 13 t braucht Kniese allerdings den kleinen Tieflader vom Nachbarn zum Umsetzen. Wir haben eine Fahrt im Kettenbär mitgefilmt:

Heinrich Höllerl