ForstBranche

Highlights und Herausforderungen – das waren die DLG-Waldtage 2022

Bearbeitet von Carolin Föste

Wie können sich stark geschädigte Wälder in Zukunft gesund, klimadienlich und ressourcenbringend neu entwickeln? Dieser Frage haben sich die diesjährigen DLG-Waldtage vom 9. bis zum 11. September in Lichtenau, Nordrhein-Westphalen, angenommen. Waldbesitzende, forstliche Verbände, Forstbetriebe und Waldinteressierte konnten sich hier austauschen, aber auch vielseitig beraten lassen. Das waren die Highlights.

Neben dem „Wie?“ der standortgerechten Wiederbewaldung – also den Fragen nach der Ökologie in Sachen Waldentwicklung und dem Waldbau unter den Herausforderungen des Klimawandels –, rückte die Frage in den Vordergrund, wie das Holz aus dem Wald von morgen nachhaltig verwendet werden sollte – stofflich, energetisch und/oder in Kreisläufen. Waldbesitzende konnten die dreitägige Messe nutzen, um sich umfassend zu informieren und wurden zu tragfähigen Geschäftsmodellen für ihren Wald beraten. Neben dem 15. Briloner Waldsymposium fanden auch die Holzbautage und die 6. Deutschen Meisterschaften der Pferderücker auf der 70 ha großen Veranstaltungsfläche statt.

Rückepferd bei den DLG-Waldtagen
Robert Pritzi und sein Belgisches Kaltblut Emil kurz nach ihrem Durchlauf im Parcours der Pferderücker-Meisterschaften. Die beiden gingen als Gewinner in der Kategorie Einspänner aus dem Wettkampf hervor.
Foto: C. Föste

DLG-Waldtage sind Plattform für die Forst- und Holzbranche

Nebel bei den DLG-Waldtagen
Sonnenschirme bei Nebel. Die Besucherinnen und Besucher der DLG-Waldtage durften Wetter- und Themenvielfalt genießen.
Foto: C. Föste

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, Frankfurt/M.) veranstaltete gemeinsam mit ihren Projektpartnern – dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW, dem Waldbauernverband NRW, dem Stadtwald Brilon sowie den fachlichen Partnern RWZ Raiffeisen, der AGDW – Die Waldeigentümer und den Familienbetrieben Land und Forst – das Zusammentreffen von 200 Ausstellern mit 12.500 privaten und kommunalen Waldbesitzern, Land- und Forstwirten, Forstunternehmern und Brennholzselbstwerbern. Auch viele Familien zeigten sich neugierig und informierten sich trotz wiederkehrendem Regen über den Wald.

Philip Schulze Esking, Vizepräsident der DLG e.V., betonte in seinem Grußwort zur Eröffnung: „Die DLG-Waldtage als Freilandausstellung mit praxisnahen Vorführungen und ihrem umfangreichen Fachprogramm sind eine ideale Plattform, um sich über aktuelle Entwicklungen und Trends rund um das Thema Forstwirtschaft zu informieren und gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen der Branche zu finden.“ Das Interesse der Besucherinnen und Besucher habe gezeigt, „wie wichtig es ist, sich über Strategien und technische Lösungen angesichts der immensen Herausforderungen der Forstwirtschaft wieder persönlich auszutauschen“, so Jan Kath, Projektleiter der DLG-Waldtage.

Die Zeit läuft – Wiederbewaldung und Innovationen im Klimawandel

Messe-Zelt auf den DLG-Waldtagen
Waldentwicklungstypen (WET) zeigte Wald und Holz NRW im Zelt und draußen.
Foto: C. Föste

Zum Auftakt des ersten Messetages fanden sich Vertreter der Forstbranche sowie Politik bei einem moderierten Interview zusammen. Prof. Andreas W. Bitter, Präsident der AGDW, sagte dabei: „Der Standort Lichtenau ist zugleich ein Epizentrum des Waldsterbens 2.0, sodass jedem Besucher unmittelbar die Dringlichkeit des Waldumbaus vor Augen geführt wird.“

Thomas Kämmerling, Leiter von Wald und Holz NRW, kommentierte: „Die Wiederbewaldung und der Aufbau klimastabiler und leistungsfähiger Wälder sowie die Sicherung aller Waldfunktionen ist Aufgabe von Wald und Holz NRW. Dies schließt auch die ressourceneffiziente Nutzung des Rohstoffs Holz mit ein, der einen wichtigen Beitrag für den Umbau in eine nachhaltige und klimaneutrale Gesellschaft leistet. Auf den DLG-Waldtagen informierten wir über das hierzu verfügbare Waldwissen sowie die für alle Waldbesitzenden frei nutzbaren Planungsgrundlagen und Online-Angebote.“

Zwischen Waldschäden und neuen Wegen für den Wald

Das 15. Briloner Waldsymposium hob das Thema „Generationenwald in der Zeitenwende – Waldbesitzer zwischen allen Stühlen?“ hervor. Mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und emotionalen Erfahrungsberichten fassten die Teilnehmenden zusammen, mit welchen Hürden Waldbesitzende gerade kämpfen und betonten, dass diese überwunden werden müssen, um die Waldbewirtschaftung und damit den Wald selbst langfristig zu schützen.

Um den Herausforderungen des Waldes im Klimawandel auf der Fläche entgegenzutreten, umfasste das Angebot der Messe nicht nur die Beratung von Waldbesitzenden, Themen waren auch: Waldschutz und -pflege, Holzernte, -lagerung und -transport, Holzbe- und -verarbeitung, Energie aus Holz, IT sowie Arbeitssicherheit und Jagdbewirtschaftung. Maschinen und Produkte konnten vor Ort begutachtet werden. Die „Hochmechanisierte Holzernte in Mischbeständen“ stand bei mehreren Vorführungen auf der Fläche im Rampenlicht.

Windrad im Wald
Die DLG-Waldtage boten Waldbesitzenden neben der Waldbewirtschaftung im klassischen Sinne auch Aussichten auf alternative Einkommensquellen im Wald.
Foto: C. Föste

Waldfunktionen sichern – trotz Kalamitäten

Nach der Messe gelte es nun, leistungsstarke Wälder in vitale, stabile und artenreiche Lebensräume umzubauen. Diese sollten mit den klimatischen Bedingungen in 50 und 100 Jahren zurechtkommen und unverzichtbare Nutz- und Schutzfunktionen konstant erbringen.

Für 2025 werden bereits die nächsten DLG-Waldtage geplant.

Quelle: DLG/Red.