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Hessisches Ried: Ökosystem Wald gerät aus den Fugen

Hessisches Ried: Ökosystem Wald gerät aus den Fugen

Seit Jahrzehnten ist der Wald im Hessischen Ried in seinem Grundwasserhaushalt gestört. Über die Folgen haben sich der Darmstädter Regierungspräsident Johannes Baron mit seiner Mannschaft auf Einladung von Michael Gerst, Chef des Landesbetriebs Hessen-Forst, in den Wäldern des Forstamts Lampertheim informiert. Forstamtsleiter Ralf Schepp und Werner Kluge übernahmen die Führung im Wald. „Die beeindruckend mächtigen „Grundwasserbuchen und -eichen“, die geschlossenen Wälder des Jägersburger und Bürstädter Waldes dürften der Vergangenheit angehören“, erläuterte Gerst. Das Absterben vieler Einzelbäume, die flächige Auflösung ganzer Waldbestände, Vergrasung in den aufgelichteten Wäldern, Maikäferfraß und das Vordringen der Traubenkirsche zeigen, dass das ökosystem Wald aus den Fugen geraten ist. Zudem muss die Forstwirtschaft zukünftig auch noch die Folgen des Klimawandels verkraften.
Nach Ansicht der Forstleute wird der Wald deshalb ohne Grundwasseranschluss in Zukunft nicht mehr so aussehen, wie heute. Kiefern, Douglasien, Rot- und Traubeneichen sowie weitere, den neuen Standortsverhältnissen angepasste Baumarten werden Stieleiche und Buche ersetzen. Da sich Waldschädlinge wie der Maikäfer weiter ausbreiten, wird es wird immer schwieriger, stabile Wälder aufzubauen und zu erhalten.
Die Walderhaltung im Ried ist nach Ansicht von Michael Gerst und seinen Mitarbeitern eine Herkulesaufgabe. Eine Aufspiegelung des Grundwassers, um frühere, quasi ungestörte Zustände zu simulieren, dürfte auf kleinflächige Ausnahmen beschränkt bleiben. Dafür sprechen allein schon Kostengründe und der Schutz von Häusern vor Vernässung. Vor dem Hintergrund der vielfältigen Belastungen, die vom Wald im Ried zu verkraften sind, kann der Umbau durch die Waldeigentümer nicht ohne Partner geschultert werden.
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung mit Bildergalerie: Maikäferbekämpfung in Hessen: Nachkontrollergebnisse liegen vor

 
Hessen-Forst

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