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Der Hessische Waldbesitzerverband, erstmalig am 18. Juli 1919 erwähnt, vertritt die berufsständischen und wirtschaftlichen Interessen der über 60.000 nichtstaatlichen Waldbesitzer in Hessen.

Hessischer Waldbesitzerverband begrüßt Fristverlängerung

Der Hessische Waldbesitzerverband begrüßt die Entscheidung der Hessischen Umweltministerin, die Frist für die Übergabe der Holzvermarktung von HessenForst an waldbesitzende Kommunen und private Waldeigentümer mit mehr als 100 ha Waldfläche zu verlängern.

Dazu Christian Raupach, Geschäftsführender Direktor des Hessischen Waldbesitzerverbandes (www.hesswald.de): „Die Kommunen und privaten Waldeigentümer haben erst im Juli erfahren, dass HessenForst ab dem 1. Januar 2019 keine Holzverkaufsverträge mehr für nichtstaatliche Forstbetriebe mit mehr als 100 Hektar verhandeln wird“, sagt . „Zu dieser ohnehin knapp bemessenen Frist kam die infolge von Dürre- und Borkenkäferschäden in diesem Sommer entstandene Marktstörung.“

Fristverlängerung ist nur ein Weckruf

Es ist unrealistisch, die Gründung neuer leistungsfähiger Holzverkaufsorganisationen aus dem Privat- und Kommunalwald in so kurzer Zeit zu erwarten, die dann auch noch den Verkauf des Holzes in einem durch massives Überangebot an Schadholz gestörten Markt übernehmen. In den von HessenForst betreuten Privat- und Kommunalwäldern werde jedes Jahr etwa 2 Mio. m³ Holz unterschiedlicher Baumarten und Sortimente produziert. Dieses Holz an die richtigen Kunden zu angemessenen Preisen zu vermarkten ist eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Die dafür erforderlichen Kenntnisse kann man nicht in wenigen Wochen erlernen. Auch der Aufbau professionell geführter Verkaufsbüros einschließlich der dafür erforderlichen Entscheidungen in den kommunalen Gremien brauchen mehr Zeit.

Allen betroffenen Waldeigentümern dürfte klar sein, dass eine Fristverlängerung für die Übergabe der Holzvermarktung nur ein Weckruf ist, weiter intensiv und konzentriert an der Gründung leistungsfähiger Verkaufsstrukturen zu arbeiten.

Es fehlen ein Maßnahmenprogramm …

Die in Hessen bestehenden etwa 50 Forstbetriebsgemeinschaften müssen für die Übernahme neuer Aufgaben, wie der Holzvermarktung, professionalisiert werden. Dazu bedarf es eigenständiger und leistungsfähiger Geschäftsstellen, die mit qualifiziertem Personal geführt werden. Der Hessischen Umweltministerin ist seit Beginn ihrer Amtszeit bekannt, dass die vorhandenen Strukturen dafür nicht annähernd leistungsfähig genug sind. Die Möglichkeiten, die Professionalisierung dieser Zusammenschlüsse von Waldbesitzern zu fördern, um sie zu professionalisieren, werden nicht angenommen. Viele der ehrenamtlichen Vorstände haben in diesem Sommer intensive Gespräche darüber geführt, wie sie die Holzvermarktung für die zusammengeschlossenen privaten und kommunalen Waldeigentümer übernehmen können.

… und passgenaue Gesetzesänderungen

Das bundesdeutsche Vergaberecht sowie das Hessische Vergabe- und Tariftreuegesetz sowie §121 der Hessischen Gemeindeordnung stehen der Übernahme der Holzverkaufsdienstleistungen für die waldbesitzenden Kommunen durch die Forstbetriebsgemeinschaften entgegen. „Der Hessische Landtag ist aufgefordert, diese Hürden durch schnelle und passgenaue Gesetzesänderungen aus dem Weg zu räumen“, so Raupach.

Außerdem gelte es, die Geschäftsführer und Vorstände für die professionelle Führung von Forstbetriebsgemeinschaften auszubilden. In anderen Bundesländern sind die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse wesentlich weiter entwickelt. In Hessen hat die Landesregierung dieser Aufgabe bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

Red./Quelle: Hessischer Waldbesitzerverband

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