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Elmar Seizinger, Geschäftsführer von FSC Deutschland, Umweltministerin Priska Hinz und Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebes HessenForst am 31. Juli im Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus (v.l.).

Hessischer Staatswald nach FSC zertifiziert

Nach ersten Erfahrungen im Forstamt Dieburg im Jahr 2011 begann der Zertifizierungsprozess im Jahr 2014 in neun von 41 Forstämtern mit einer Fläche von ca. 55.000 ha Staatswald. 2015 folgten weitere 11 Forstämter mit einer Fläche von rund 87.000 ha. Nun folgten 18 weitere Forstämter (circa 175.000 ha) sowie der Nationalpark Kellerwald-Edersee.

„Unsere Wälder leisten nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, sind stabil gegen die Auswirkungen des Klimawandels und bieten Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Deshalb trägt der hessische Staatswald ab heute das international anerkannte Gütesiegel FSC, mit dem wir zeigen können, dass unser Wald nach den höchstmöglichen ökologischen, ökonomischen und sozialen Standards bewirtschaftet wird“, sagte Umweltministerin Priska Hinz am 31. Juli im Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus.

Zweitgrößte Fläche an FSC-Wald in Deutschland

Mit rund 315.000 Hektar zertifiziertem Wald hat Hessen nun, dicht nach Baden-Württemberg, die zweitgrößte Fläche an FSC-Wald in Deutschland. „Damit verwirklicht Hessen eine moderne Waldwirtschaft, die auch zunehmend von den großen Holzverarbeitern nachgefragt wird“, betonte Ministerin Hinz. Die Forstämter dürfen ihr Holz aus dem Staatswald ab sofort mit dem weltweit verwendeten FSC-Siegel verkaufen. Dies bestätigte auch Elmar Seizinger, stellvertretender Geschäftsführer bei FSC Deutschland und ergänzte: „Ich freue mich sehr, dass die intensive Debatte um die FSC-Zertifizierung hier in Hessen nun so erfolgreich abgeschlossen wurde. Dies zeigt auch welch großes Vertrauen die politisch Verantwortlichen in die Arbeit von HessenForst haben“, erklärte er. Denn, so Seizinger weiter: „Der Blick in die öffentlich zugänglichen Zertifizierungsberichte zeigt, dass die FSC-Zertifizierung einen positiven Beitrag dabei leistet, die Arbeit des Landesbetriebes für eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft auf hohem Niveau zu verbessern. Hier denke ich insbesondere an Themen wie: den Umgang mit nicht-heimischen Baumarten, Konzepte zum Schutz von Totholz im Wald, eine der Waldökologie angepasste Jagd, sowie die aktive Bürgerbeteiligung bei Fragen der Waldbewirtschaftung.“

Zufrieden mit dem Prozess der Zertifizierung zeigte sich auch Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs HessenForst: „Die problemlose Zertifizierung hat uns darin bestätigt, dass unsere hohen Qualitätsmaßstäbe bei der Pflege des hessischen Staatswaldes wertvoll sind.“ Nicht nur die Erstzertifizierung lief reibungslos: Bei der jährlichen FSC-Überprüfung in den bereits während der letzten Jahre zertifizierten Forstämtern wurde dem Landesbetrieb durch eine unabhängige Zertifizierungsgesellschaft eine vorbildliche Waldbewirtschaftung bescheinigt.

Naturwaldflächen werden ausgeweitet

Der Landesbetrieb HessenForst wird außerdem weitere zwei Prozent auf dann zehn Prozent der Staatswaldfläche als Naturwald ausweisen. Dies schließt eine Bewirtschaftung auf diesen Flächen aus. Als Ausgleich dafür wird das Land ab 2020 Kompensationsmittel in Höhe von 2,2 Mio € pro Jahr im Haushalt bereitstellen. „Die Landesregierung stellt diese Mittel zur Verfügung, weil uns zusätzlicher Naturschutz in Hessen wichtig ist.

Auch jede Bürgerin und jeder Bürger kann dazu beitragen, indem beim Kauf von Holzwaren auf das FSC-Siegel geachtet wird“, erklärt die Ministerin. Insgesamt umfasst die Waldfläche in Hessen 894.180 ha. 42 % sind Staatswald, 36 % Körperschaftswald. Dieser verteilt sich auf 418 Gemeinden und Städte. Ein Viertel der Waldfläche ist Privatwald. „Das Land hat eine Vorbildrolle und wir begrüßen es natürlich, wenn Kommunen und private Waldbesitzer unserem Beispiel folgen und ihren Wald FSC zertifizieren lassen. Dabei unterstützen wir die Kommunen sowohl beratend als auch finanziell. Im Rahmen der Forstlichen Förderung übernimmt das Land achtzig Prozent der Kosten, die für die erstmalige Erlangung des Zertifikats anfallen“, bestätigte Ministerin Hinz.

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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