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Wald und Holz spielen eine tragende Rolle bei der Energiewende

Hessische Kampagne zu 300 Jahren Nachhaltigkeit eröffnet

Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich hat am 25. Januar im Jagdschloss Kranichstein die Auftaktveranstaltung zur Hessischen Kampagne „300 Jahre Nachhaltigkeit“ eröffnet. In ihrer Rede erwähnte die Ministerin unterschiedliche Aspekte der Nachhaltigkeit und ging besonders auf die nachhaltige Forstwirtschaft ein. „Die hessische Landesregierung hat 2008 die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen gestartet und setzt darin auf die aktive Beteiligung des ganzen Landes, sowohl in der Wirtschaft, als auch in Politik und Verwaltung“, betonte Lucia Puttrich.
Die Ministerin machte jedoch auch schnell klar, dass der Begriff der Nachhaltigkeit nicht erst in den letzten Jahren aufgekommen ist, sondern in der Forstwirtschaft schon vor 300 Jahren eine nachhaltende Nutzung im Wald beschrieben und für die Praxis eingefordert wurde. Dies wird auch im Motto der Hessischen Kampagne „300 Jahre nachhaltiger Forstwirtschaft“ deutlich. Es lautet: „Sie finden Nachhaltigkeit modern? Wir auch seit 300 Jahren.“ Um für die nachhaltige deutsche Forstwirtschaft zu werben, werden der Landesbetrieb Hessen-Forst sowie die forstlichen Verbände und Institutionen das Jahr 2013 nutzen und zahlreiche Angebote und Veranstaltungen bieten. „Der Wald erfüllt viele unterschiedliche Funktionen: Er liefert uns wertvolle nachwachsende Rohstoffe, er trägt zur Verminderung der CO2 -Belastung bei und der Wald dient vielen Bürgern als Ort der Erholung. Damit der Wald all dies leisten kann, ist eine nachhaltige Bewirtschaftung unverzichtbar“, machte die Umweltministerin deutlich.
Eine herausragende Bedeutung in Zusammenhang mit der forstlichen Nachhaltigkeit haben Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz (1645 1714) und der hessische Forstmann Georg Ludwig Hartig (1764 1837). Von Carlowitz forderte im Jahr 1713, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden dürfe, wie durch planmäßige Aufforstung wieder nachwachsen könne. Georg Ludwig Hartig formulierte 1795 aus, was genau nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet und er erarbeitete Berechnungsmodelle zur nachhaltigen Nutzung der Waldbestände. „Diese beiden Männer haben sich also schon vor 300 Jahren für Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft eingesetzt und so haben wir es wohl auch ihnen zu verdanken, dass Deutschland heute das holzreichste Land der Europäischen Union ist.
Die Forst- und Holzbranche bietet in Deutschland 1,2 Millionen Arbeitsplätze, der Rohstoff Holz prägt unseren Alltag und der Wald ist zudem Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Unsere Wälder sind sehr wertvoll für uns, daher ist mir deren Erhalt, Schutz, Entwicklung und insbesondere ihre nachhaltige Bewirtschaftung auch besonders wichtig“, äußerte Lucia Puttrich abschließend.
 
HMUELV

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