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Blick auf den Edersee im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Hessens wunderbare Naturwälder entdecken

Der NABU Hessen hat eine neue Internet-Plattform gestartet. Dort werden die 23 größten Gebiete mit natürlicher Waldentwicklung in Hessen in einzelnen Steckbriefen vorgestellt.

Die Feiertage wecken bei vielen Menschen die Lust auf einen Ausflug ins Grüne. Die hessischen Naturwälder bieten eine großartige Kulisse für Erholung und Naturerlebnis. Unter www.naturwald-hessen.de hat der Naturschutzbund NABU eine neue Internet-Plattform über die Naturwälder in Hessen entwickelt. Auf den Seiten sind die Naturschönheiten der Wälder zu finden, ihre Besonderheiten und vorkommende Tiere und Pflanzen. Auch Karten mit der genauen Lage stellt der NABU dar.

Gebiete mit natürlicher Waldentwicklung in Hessen

Der NABU Hessen stellt die 23 größten Gebiete mit natürlicher Waldentwicklung in Hessen in einzelnen Steckbriefen vor. Sie sind Wegweiser in die Gebiete oder eine Möglichkeit zum „virtuellen Waldbaden in Corona-Zeiten“. Eine zehnminütige Bilderpräsentation zeigt die Naturschätze in einer Zusammenfassung. Manche der Wälder wurden bereits vor 20 Jahren unter Schutz gestellt, andere wurden erst im vergangenen Jahr ausgewählt. Das kleinste Gebiet ist der Breite Berg im Biosphärenreservat Rhön, das größte der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Nordhessen. Manche Gebiete haben bekannte Namen wie ein Märchenwald im Reinhardswald, ein Auenwald am Kühkopf am Rhein oder der Wispertaunus. Andere, wie die „Heiligen Köpfchen“, die „Naturwälder der Untermainebene“ oder der „Heiligenberg“ sind noch eher unbekannt. Die Waldgebiete sind über das ganze Land verteilt und für alle Menschen erlebbar.

In Naturwäldern werden künftig weder Bäume gepflanzt, noch gefällt. Im Zuge der natürlichen Entwicklung darf alles von selber wachsen, ungelenkt vom Menschen und solange die Bäume wollen. Statt mit 140 Jahren für die Holznutzung gefällt zu werden, können Buchen dann größer, dicker und bis zu 400 Jahre alt werden. Eichen noch viel mehr. Wer genau hinguckt, kann solche Naturwald-Strukturen schon finden. Auch diese werden auf der Naturwälder-Plattform beispielhaft vorgestellt. Spechthöhlen und Astlöcher, Blitzrinnen, Pilzkonsolen, selbst abgestorbene Äste oder Bäume und Wurzelteller bieten Wohnungen für viele Tiere des Waldes.

Auf der Naturwälder-Plattform stellt der NABU auch 12 weitere Waldgebiete vor, die als künftige Naturwälder geeignet wären, aber bisher noch nicht geschützt sind. Denn es ist das Ziel der Hessischen Biodiversitätsstrategie, auf 5 % der hessischen Waldfläche wieder eine natürliche Entwicklung zu ermöglichen. Erreicht sind bisher 3,8 %. Dazu gehören die „Taunushöhen“, der „Krofdorfer Wald bei Gießen“ und die „Hörre“ im Land-Dill-Bergland. Acht davon sind mit über 10 km² sogar so groß, dass sie international als „Wildnisgebiete“ gelten könnten. Diese Dimension erreichen bisher nämlich nur vier der Naturwälder in Hessen.

Gesunde Wälder sind gut für‘s Klima

Ein wichtiges Ziel der Naturwaldentwicklung ist es auch, den in Wirtschaftswäldern oft lückigen Baumbestand in den Naturwäldern wieder zu schließen und so die Bäume weniger anfällig für Trockenstress und Windwurf zu machen. Denn naturnahe Wälder leisten einen unschätzbaren Beitrag als Wasser- und CO2-Speicher und Luftfilter. In Naturwäldern gibt es keine Aufforstung, sondern die Bäume wachsen von alleine nach (Naturverjüngung). Diese natürlich nachwachsenden Bäume sind gut an die Bedingungen vor Ort angepasst und müssen nicht wie künstliche Aufforstungen gewässert werden. So wird die Trockenresistenz der heimischen Wälder im Klimawandel gefördert.

Achtung! Aufgrund der aktuellen Lage kann es in einigen Waldgebieten an besucherstarken Tagen zu Sperrungen oder Beschränkungen der Besucherzahlen kommen. Bitte informieren Sie sich vorab, ob Ihr Ausflugsziel frei zugänglich ist und beachten Sie vor Ort die geltenden Schutzmaßnahmen in Bezug auf den Corona-Pandemie. Denn soziale Distanz ist ein Zeichen von Verantwortung füreinander und das wirksamste Mittel, um die exponentielle Verbreitung des Virus zu bekämpfen.

Quelle: NABU Hessen

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