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HessenForst zieht Bilanz für 2018

Der Nachhaltigkeitsbericht 2018 des Landesbetriebes HessenForst wurde am 17. September im Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus vorgestellt.

Einig waren sich Dr. Beatrix Tappeser, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, und Landesbetriebsleiter Michael Gerst darüber, dass 2018 ein besonders herausforderndes Jahr für den Wald und den Landesbetrieb HessenForst war. Obwohl Sturm, Dürre und absterbende Waldbestände das Handeln bestimmt hätten, wurden viele Maßnahmen umgesetzt, die Hessens Wälder zukunftssicherer machen.

Klimaschutz und Klimaanpassung im Fokus

Besonders im Fokus stand das Thema Klimaschutz und Klimaanpassung: Die Wälder sind neben den Meeren der wichtigste Kohlenstoffspeicher und gleichzeitig nachhaltiger Lieferant des Rohstoffs Holz. Gleichzeitig sind sie besonders vom Klimawandel betroffen. Nach dem Sturm Friederike im Januar 2018 kamen monatelange große Trockenheit und eine Rekordzahl an Hitzetagen, die besonders jungen Bäumen zu schaffen machten. Auch der Winter war zu warm und zu trocken und so konnten sich die Borkenkäfer ungehindert vermehren.

„Eines der wichtigsten Anliegen der Landesregierung ist es, für den Erhalt und den Schutz unserer Wälder zu sorgen. Der Klimawandel stellt uns hier vor große Herausforderungen. Mit unserer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und dem Aufbau stabiler Mischwälder stellen wir den Wald für die Zukunft auf. Mit unserem 12-Punkte-Plan unterstützen wir Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sowie den Landesbetrieb Hessen-Forst bei der Aufforstung der Wälder“, so die Staatssekretärin.

Aus dem Geschäftsjahr 2018 – Staatswald

Im Jahr 2018 wurden im hessischen Staatswald rund 2,85 Mio. Fm Holz geerntet, deutlich mehr als in Normaljahren. Damit wurde die planmäßige Erntemenge um 35 % überschritten. Grund waren die großen Sturm- und Käferschäden.

Trotz enormer Anstrengungen bei den Beseitigungen der Waldschäden legten die Forstleute Wert auf die Entwicklung des Staatswaldes. Landesbetriebsleiter Michael Gerst stellte fest: „685.000 neue Bäume haben wir in 2018 gepflanzt. Zudem auf 2.500 Hektar junge Wälder gepflegt, damit sich klimastabile Waldbestände entwickeln können und zukunftsfähige Baumartenmischungen erhalten und gefördert werden. Denn es geht darum, alle Waldfunktionen gleichermaßen und auf Dauer zu sichern.“ Zwar konnten weniger Bäume als in normalen Jahren gepflanzt werden. Die Pflanzungen sollen aber bei ausreichend feuchten Böden nachgeholt werden.

Auch Waldbrände stellten den Landesbetrieb HessenForst vor Herausforderungen: Die außergewöhnliche Sommertrockenheit führte 2018 mit Schwerpunkt in Südhessen zu einer ungewöhnlich großen Anzahl von Waldbränden. Insgesamt 139 Waldbrände mit einer Schadensfläche von 15,3 ha wurden verzeichnet. Damit lag die Anzahl der Waldbrände bei knapp dem Vierfachen gegenüber normalen Jahren.

Einsatz für Natur- und Artenschutz

Der Waldnaturschutz hat für den Landesbetrieb besonderen Stellenwert bei der Pflege des Waldes. Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser betonte: „Die Landesregierung setzt gezielt Ressourcen im Wald für den Naturschutz ein, zur ökologischen Aufwertung von Waldwiesen und Gewässern oder zum Schutz seltener Vogelarten vor Beutetieren.“ In der Richtlinie für die Bewirtschaftung des Hessischen Staatswaldes (RiBeS 2018) wurden Klimaschutz, Erhalt der Biodiversität und der Aufbau stabiler Mischwälder als prioritäre Ziele festgeschrieben.

Seit Anfang 2019 werden 10 % des hessischen Staatswaldes nicht mehr bewirtschaftet. In diesen Naturwäldern können sich viele Tier- und Pflanzenarten frei entfalten. Der Landesbetrieb rückte den Natur- und Artenschutz noch stärker in den Fokus seiner Arbeit.

Fakten zum Geschäftsjahr 2018 – Staatswald:

  • 685.000 junge Bäume gepflanzt
  • 2.500 ha gepflegt
  • 2,85 Mio. m³ Holz geerntet
  • 112 Windenergieanlagen im Betrieb
  • 135.000 Teilnehmer bei Waldpädagogik-Angeboten

Für den gesamten Landesbetrieb HessenForst:

  • Jahresergebnis (GuV): 5 Mio. €,
  • Betreute Körperschaftswaldbetriebe: 437 Kommunalwaldbetriebe und 302 Gemeinschaftswaldbetriebe
  • Beschäftigte: 2.036 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 124 in Ausbildung

Der Nachhaltigkeitsbericht kann demnächst im Internet abgerufen werden.

Red./MUKLV Hessen

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