Naturschutz, Landschaftspflege

HessenForst unterstützt Biber- und Fischottermanagement

Bearbeitet von Jörg Fischer

Biber und Fischotter sind nach dem Naturschutzrecht besonders geschützte Tierarten. Erfreulicherweise gibt es von beiden Arten wieder mehr in Hessen. Mit der Rückkehr der Tiere ist auch ein Lebensraummanagement notwendig, um den Arten eine möglichst konfliktfreie Wiederbesiedlung der Gewässer zu ermöglichen. Daher hat das Hessische Umweltministerium das Management von Biber und Fischotter neu geregelt.

Die oberen Naturschutzbehörden in den Regierungspräsidien koordinieren das Management der beiden Tierarten in Abstimmung mit den lokal zuständigen unteren Naturschutzbehörden. Vor Ort unterstützen die Kolleginnen und Kollegen in den Forstämtern im Auftrag der Naturschutzverwaltung die Arbeit und helfen dabei, im Konfliktfall Lösungen zu finden. Das Land Hessen vertraut damit HessenForst als fachkundigem Dienstleister für Naturschutzaufgaben ein wichtiges Tätigkeitsfeld an. In den Teilbetrieben/Forstämtern werden primär die Funktionsbeschäftigten Naturschutz mit dieser Tätigkeit betraut.

Der Eurasische Biber war in Deutschland nahezu ausgerottet. Dank konsequenter Artenschutzmaßnahmen konnten sich die Bestände inzwischen wieder erholen.
Biber im Schilf
Foto: E. Marek

Was sind die Aufgaben eines Biber- und Fischotterbeauftragten?

Die Aufgaben der zukünftigen Biber- und Fischotterbeauftragten im Einzelnen sind:

  • Informationsvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Digitale Erfassung der Biberreviere auf Forstamtsebene und deren jährliche Observation
  • Koordination der durch die oberen Naturschutzbehörden ernannten ehrenamtlichen lokalen Biberbetreuer
  • Erfassung von Totfunden sowie Bergung und Versorgung verletzter, kranker und hilfloser Biber und Fischotter
  • Beratung der Gewässerunterhaltungs- oder Verkehrssicherungspflichtigen, Beratung Dritter
  • Vorbeugungsmaßnahmen von Konflikt- und Schadensfällen, Durchführung von Präventionsmaßnahmen
  • Selbstständige Lösung kleinerer Konfliktfälle, beispielsweise Einzelbaumschutz, Flächenschutzmaßnahmen, Baumentnahmen, Vergitterungen, Ufer- und Dammsicherungen, Einbau von Dammdrainagen in Biberdämmen sowie die Anlage kleinerer Abfluss- und Umgehungsgerinne zur Wasserstandregulierung
  • Unterstützung der oberen Naturschutzbehörden bei größeren Konfliktfällen
  • Vorbereitung von Landankaufs- oder Flächentauschmaßnahmen

Um die Aufgaben fach- und sachkundig ausüben zu können, wollen HessenForst und die Naturschutzverwaltung die zukünftigen Biber- und Fischotterexperten kontinuierlich weiterbilden.

Quelle: HessenForst