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HessenForst stellt Nachhaltigkeitsbericht 2015 vor

HessenForst stellt Nachhaltigkeitsbericht 2015 vor

Seit 15 Jahren bewirtschaftet der Landesbetrieb HessenForst den rund 340.000 ha großen hessischen Staatswald. Jetzt wurde für das Jahr 2015 Bilanz gezogen. Umwelt-Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser und Landesbetriebsleiter Michael Gerst stellten am 21. Juli Schwerpunkte sowie Ergebnisse des vergangenen Jahres vor.

Der Wald ist ein Schatz für Hessen, für seine Bürgerinnen und Bürger. Er bietet Lebensraum für viele Arten, liefert nachwachsende Rohstoffe, filtert Luft und Wasser, ist Raum für Erholung und Sport. „2015 war ein ereignisreiches Jahr“, betonte Umwelt-Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser. „Für Wald und Natur sowie im Sinne der Gesellschaft sind wir auch neue Wege gegangen.“  
Klima- und Waldnaturschutz im Fokus

Im Jahr 2015 stand der Waldnaturschutz im Mittelpunkt: Zum einen galt es, die innerbetrieblich gesteckten Ziele weiter zu realisieren. So wiesen die Försterinnen und Förster allein im vergangenen Jahr im Staatswald mehr als 14.000 besonders schützenswerte Einzelbäume als Habitatbäume aus. Damit waren es zum Jahresende bereits fast 200.000. Diese Bäume werden zur Förderung seltener Tier- und Pflanzenarten künftig dem natürlichen Zerfall überlassen. Zum anderen wurden weitere Waldflächen stillgelegt.

„Um die Biodiversität im Wald zu stärken, haben wir die Kernflächen für Naturschutz auf mehr als 25.500 ha erweitert“, so Staatssekretärin Tappeser. Als Beispiel für den Erfolg des Waldnaturschutzes von HessenForst nannte sie die Rückkehr der Schwarzstörche: Vor 50 Jahren zählte man im gesamten Bundesgebiet etwa 20 Brutpaare, heute sind es allein in Hessen 50 bis 70. „Für Maßnahmen zum gezielten Schutz besonderer Tier- und Pflanzenarten und ihrer Biotope hat HessenForst aus Erträgen der Waldpflege rund 4 Mio. € aufgewendet“, zog Tappeser Bilanz.

Auch der Klimaschutz sowie die Vorbereitung des Waldes auf den prognostizierten Klimawandel standen 2015 weiter im Fokus. Nach Auskunft von Landesbetriebsleiter Michael Gerst spielten hierbei eine maßgebliche Rolle:
• Die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz – denn die hieraus erstellten Produkte ersetzen Materialien, bei deren Herstellung sehr viel mehr CO2 freigesetzt wird (sog. Materialsubstitution). Die Holzernte im Staatswald hat der Atmosphäre in 2015 etwa 1,5 Mio. t CO2 erspart.
• Die Förderung von Misch- und Dauerwald, um das Risiko für den Wald bei stärker werdendem Klimawandel zu minimieren und um stabile, vielschichtige Bestände bei dauerhaft hoher Kohlenstoffspeicherung (CO2-Reduktion) zu erhalten.
 
Stabiler Wald – regionale Wertschöpfung und Lebensqualität

Der große Nutzen, den alle Hessen vom Wald haben, soll auch für kommende Generationen erhalten bleiben. „Dafür braucht es einen stabilen und gesunden Wald“, so Gerst. „Wir pflegen ihn, stärken sein Wachstum und fördern die Mischung.“ 1,5 Millionen junge Bäume wurden im Jahr 2015 gepflanzt, 91 % vom Holzzuwachs wurde geerntet.

In Hessen arbeiten rund 57.000 Menschen im Bereich der Forst- und Holzwirtschaft. Auch deshalb setzt HessenForst beim Verkauf des Holzes auf regionale Wertschöpfung. „56 % des Holzes ging an hessische Sägewerke, weniger als 2 % ins europäische Ausland und nur 0,04 % nach Übersee“, stellte Gerst fest. Das stärkt heimische Betriebe und ist dank kurzer Wege gut für das Klima. Der gepflegte Wald mit angelegten Wegen und speziell ausgewiesenen Naturschutz-Kernflächen ist Merkmal für Lebensqualität in Hessen und eine Erholungsquelle für Bürgerinnen und Bürger.

Zertifizierte Waldpflege

Die Qualität der Waldpflege im Staatswald wird inzwischen von unabhängigen Experten beurteilt: Seit einigen Jahren ist der Staatswald bereits mit dem PEFC-Zertifikat ausgezeichnet. 2015 bestätigte eine Prüfung, dass HessenForst die Richtlinien einhält. „Zusätzlich haben wir 2015 mit der FSC-Zertifizierung für den Staatswald neue Standards gesetzt“, betonte Tappeser. Derzeit ist die Hälfte der hessischen Forstämter mit dem FSC-Siegel ausgezeichnet. Somit werden auf rund 140.000 ha Staatswaldfläche noch höhere Anforderungen erfüllt.

Bürgerbeteiligung für Transparenz

Um zu wissen, wo der Schuh drückt, hat HessenForst den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern 2015 weiter intensiviert  –  nicht nur bei der Zertifizierung. „Ich lege Wert auf Transparenz“, hob HessenForst Chef Gerst hervor. „Bei Diskussionsrunden – sogenannten Waldforen – haben wir den Beteiligten tiefergehende Einblicke in unser Handeln gegeben und gleichzeitig hilfreiche Hinweise für die mittelfristige Betriebsplanung im Staatswald bekommen. Bei Prüfungen unabhängiger Zertifizierungsexperten waren Interessierte im Wald dabei oder hatten Anregungen zur Waldpflege zuvor schriftlich geäußert.“

Arbeitssicherheit

Auch im vergangenen Jahr ging HessenForst neue Wege, um die Arbeitssicherheit – insbesondere für die Forstwirtinnen und Forstwirte – weiter zu verbessern. Sie führten zum Erfolg: Die Anzahl der meldepflichtigen Unfälle lag etwa 40 % unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Dieses positive Ergebnis freute Gerst besonders: „Mir ist der konsequente Einsatz für gesunde und sichere Arbeitsbedingungen wichtig. Ich bin wirklich froh, dass sich in 2015 deutlich weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Waldarbeit verletzt haben.“

Aus den Fakten zum Geschäftsjahr 2015 – Staatswald

• 1,5 Millionen junge Bäume gepflanzt
• 2 Mio. m3 Holz (91 % vom Holzzuwachs) geerntet
• Holzernte hat der Atmosphäre etwa 1,5 Mio. t CO2-Belastung erspart
• Ergebnis der Staatswaldbewirtschaftung: rund 16 Mio. €
• Aufwand/Investitionen in Umweltsicherung und Erholung: rund 12 Mio. €, davon:

4 Mio. € für Naturschutzmaßnahmen, 5 Mio. € für Erholungseinrichtungen, 1 Mio. € für Waldkalkung
• 12.000 km Waldwege auch für Erholung und Sport, Investitionen für deren Instandhaltung: 5 Mio. €
• 440.000 Besucher in den Wildparks
• 174.000 Teilnehmer bei Waldpädagogik-Angeboten

Für den gesamten Betrieb HessenForst


• Jahresergebnis 5,5 Mio. €
• Betreuung von Privatwald für 25.000 private Waldbesitzer
• 2.247 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
• 42 Neueinstellungen (zusätzlich 68 Einstellungen von Auszubildenden, Revierförster-Anwärtern usw.), 80 % davon wurden nach einer Ausbildung bei HessenForst übernommen
HessenForst

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