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HessenForst: Nachhaltigkeitsbericht 2016 vorgestellt

HessenForst: Nachhaltigkeitsbericht 2016 vorgestellt

Hessens Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz, hat den Nachhaltigkeitsbericht 2016 von HessenForst vorgestellt (11.7.2017).

„Der Wald ist Lebensraum, Erholungsraum und Ressource. Wald unterstützt die Luftreinhaltung, ist unverzichtbar bei der Wasserregulation und für die Erhaltung von Arten. Das müssen wir insbesondere in Zeiten des Klimawandels schützen und bewahren. Damit das auch künftig so bleibt, hat der Landesbetrieb HessenForst auch im vergangenen Jahr vielfältige Maßnahmen umgesetzt, die sowohl der Natur als auch den Bürgerinnen und Bürgern zugute kommen“, sagte Ministerin Hinz bei der Vorstellung des Nachhaltigkeitsberichts 2016 von HessenForst. ; Waldnaturschutz ; 42 % der Landesfläche in Hessen sind von Wald bedeckt. Der Waldnaturschutz war auch 2016 ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt. Die hessischen Forstleute haben mit speziellen Projekten seltene Arten gefördert und Biotope gepflegt. Als Beispiele nannte Landesbetriebsleiter Michael Gerst den Edelkrebs, den Schwarzstorch und die Kreuzotter: „Mit unseren Naturschutzprojekten haben wir es geschafft, einer Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten Wohlfühlzonen zu schaffen. Diese Erfolge waren nur möglich in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren aus dem ehrenamtlichen Naturschutz sowie den Oberen Naturschutzbehörden.“ ; Flächenstilllegungen auf inzwischen 25.540 ha Staatswald ; Neben den speziellen Naturschutzprojekten und der naturschutzorientierten Waldpflege spielten im Jahr 2016 weitere Flächenstilllegungen eine bedeutende Rolle. „Seit Anfang 2016 überlassen wir insgesamt 25.540 ha – das sind 8 % des hessischen Staatswaldes – in sogenannten Kernflächen sich selbst. Damit leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt im Wald, sondern auch zum Klimaschutz“, betonte Hinz. ; Die Ausweisung der zweiten Tranche mit insgesamt 5.940 ha Kernfläche geschah unter intensiver Beteiligung der Naturschutzvereinigungen und -behörden. ; „Mischwaldmeister“ ; Durch gezielte Verjüngung hat HessenForst den Wald für künftige Generationen weiter gestärkt. Die Forstleute pflanzten 2016 rund 1,5 Mio. junge Bäume und förderten die natürliche Waldverjüngung durch naturnahe Waldpflege. „Die Pflanzungen sind mit umfangreichen Investitionen verbunden“, betonte Gerst. „Sie sind aber wichtig, denn wir müssen den Wald fit machen für den Klimawandel. Auch unsere Urenkel sollen den Wald genießen und nutzen können wie wir.“ Die weitere Förderung des Mischwaldes spielte bei der Waldverjüngung eine wesentliche Rolle, denn Mischwälder sind auch gegenüber Klimaveränderungen stabiler als Reinbestände. ; Bemerkenswert sind die Investitionen von HessenForst vor dem Hintergrund, dass Hessen bundesweit bereits „Mischwaldmeister“ ist: Im Staatswald sind 80 % aller Bestände aus verschiedenen Baumarten zusammengesetzt. „Wir müssen unseren Wald weiter an klimabedingte Veränderungen anpassen. Durch gezielte Beimischung und Förderung von Baumarten, die mit den Klimaveränderungen besser zurechtkommen, streuen wir das Risiko und gestalten so einen zukunftssicheren Wald“, erläuterte Gerst das Vorgehen. ; Die Hälfte des Staatswaldes ist nach FSC zertifiziert ; Im Jahr 2016 wurden weitere 12 Forstämter von HessenForst in das Waldzertifizierungssystem Forest Stewardship Council (FSC) aufgenommen. „Mittlerweile ist mit 21 Forstämtern die Hälfte aller hessischen Forstämter FSC-zertifiziert. Das setzt ein Zeichen für Transparenz sowie eine ökologische, ökonomische und soziale Bewirtschaftung“, erläuterte Hinz. „Die Vergabe des Siegels war problemlos möglich. Das spricht für die hohen innerbetrieblichen Qualitätsstandards von HessenForst.“ ; Holzernte ; Im Staatswald erntete HessenForst im Jahr 2016 rund 1,9 Mio. Kubikmeter Holz. Das entspricht nur etwa 86 % des Zuwachses. Der Holzvorrat in Hessens Wäldern hat demnach wiederholt deutlich zugenommen. Insbesondere durch die Bindung von Kohlenstoff im Holz hat die Erntemenge von knapp 2 Mio. Kubikmetern der Atmosphäre etwa 1,5 Mio. t CO2-Belastung erspart. ; Im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren war 2016 eine reguläre Bewirtschaftung beim Laubholz nur erschwert möglich. Grund dafür waren insbesondere die eingeschränkten Absatzmöglichkeiten für Laubindustrieholz. Eine gezielte, kurzfristige Anpassung der Holzerntemenge in jüngeren Beständen war erforderlich – es wurde weniger Laubholz geerntet. ; Aus- und Weiterbildung ; Bei HessenForst steht ein Generationenwechsel an. Ein Großteil der Belegschaft wird in den nächsten Jahren in den Ruhestand wechseln, junge Forstleute werden gebraucht. Das ist dem Landesbetrieb seit seiner Gründung in 2001 bewusst – Programme zur gezielten Nachwuchsgewinnung laufen seit bald einem Jahrzehnt. Im vergangenen Jahr hat HessenForst deshalb auch 58 Neueinstellungen vorgenommen. Zusätzlich hat der Landesbetrieb 63 junge Leute zur Ausbildung, für die Anwärterzeit bzw. das Referendariat eingestellt – 55 % der Absolventinnen und Absolventen hat HessenForst übernommen. ; „Bildung ist uns sehr wichtig. Nur mit gezielten Aus-, Fort- und Weiterbildungen können wir eine qualitativ hochwertige Waldpflege sicherstellen“, sagte Gerst. Weiteren Raum für noch mehr forstliche Bildung bietet seit 2016 das neue Tagungsgebäude am Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) Weilburg: Im Herbst weihte Ministerpräsident Volker Bouffier „Haus Lärche“ ein. Der moderne zweigeschossige Neubau, der sich durch flexible Funktionalität, klimafreundliche Eigenschaften und die Verwendung von möglichst viel Holz auszeichnet, bietet optimale Voraussetzungen für den Lehr- und Fortbildungsbetrieb. ; Sensibilisieren für die Bedeutung des Waldes ; Um die Bedeutung der Bildung begreifbar zu machen, fand im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nachhaltigkeitsberichtes ein Waldbautraining statt. Mit dem Waldbautraining hat HessenForst eine passende Methode gefunden, um seine Revierförsterinnen und -förster auf dem neuesten Stand zu halten. Ministerin Hinz konnte dies im Wald live miterleben. „Mir ist aber auch besonders wichtig, dass die Forstleute ihr Wissen über Wald und Natur auch an andere weitergeben. Denn eigene Erlebnisse und Erfahrungen im Wald sensibilisieren für die Bedeutung des Waldes. Damit leisten die Forstleute einen wichtigen Beitrag im Sinne nachhaltiger Bildung“, betonte die Ministerin. ; Im Jahr 2016 nutzten mehr als 150.000 Schulkinder und Waldbesucher die waldpädagogischen Angebote von HessenForst. ; Aus den Fakten zum Geschäftsjahr 2016 – Staatswald ; • ; 1,5 Mio. junge Bäume gepflanzt • ; 1,9 Mio. Kubikmeter Holz geerntet (86 % vom Holzzuwachs) • ; Holzernte hat der Atmosphäre etwa 1,5 Mio. t CO2-Belastung erspart • ; Ergebnis der Staatswaldbewirtschaftung: rund 6 Mio. € aus der Holzernte • ; Aufwand/Investitionen in Umweltsicherung und Erholung: rund 10 Mio. €, ; ; davon: 4 Mio. € für Naturschutzmaßnahmen, 5 Mio. € für Erholungseinrichtungen, ; ; 1 Mio. € für Waldkalkung • ; 285.000 Besucher in den Wildparks, 150.000 Teilnehmer bei Waldpädagogik-Angeboten. ; Für den gesamten Betrieb HessenForst • ; Jahresergebnis 14,9 Mio. € • ; Betreuung von Privatwald für 20.000 private Waldbesitzer • ; 2.118 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 58 Neueinstellungen. ; ; Den Nachhaltigkeitsbericht steht im Internet zum Herunterladen (5,1 MB)

MUKLV Hessen/Red.

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