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Laut dem hessischen Waldzustandsbericht 2012 werden die Klimaveränderungen besonders im Rhein-Main-Gebiet deutlich.

Hessen: Waldzustandsbericht 2012 vorgestellt

Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich hat am 14. November den Waldzustandsbericht 2012 vorgestellt. „Die wechselhafte Witterung in diesem Jahr hat dem hessischen Wald gut getan“, sagte die Ministerin. Insgesamt sei der Gesundheitszustand des hessischen Waldes stabil und konnte an den Trend der Jahre 2008 bis 2010 anknüpfen. „Die Kronenverlichtung kann als Spiegelbild der Vitalität des Waldes angesehen werden. Die mittlere Kronenverlichtung aller Baumarten und Altersstufen ist um drei Prozentpunkte auf 23 % zurückgegangen. Insbesondere die Buche (mit rund 31 % Flächenanteil wichtigste Baumart in Hessens Wäldern) konnte sich gegenüber 2011 erholen“, sagte die Ministerin. Neben der Witterung spielte bei dieser Baumart die ausbleibende Fruktifikation eine wichtige Rolle: „Während im vergangenen Jahr 97 % aller Buchen ihre Kraft in die Ausbildung von Früchten steckte, investierten sie in diesem Jahr in Blätter“, erläuterte Puttrich die Veränderung.

Wie Puttrich mitteilte bleibt nach wie vor die Situation bei der älteren Eiche ungünstig. Die Kronenverlichtung der älteren Eichen habe landesweit um fünf Prozentpunkte auf 30 % zugenommen. In der Rhein-Main-Ebene liegt der Wert bei 39 %. Die Kronenverlichtung der Eiche wird erheblich durch das unterschiedlich stark ausgeprägte Vorkommen von blattfressenden Raupen bestimmt. Bei den jüngeren Bäumen (bis 60 Jahre) aller Baumarten hat die Kronenverlichtung um drei Prozentpunkte auf 9 % abgenommen. Besonders erfreulich sind die Werte bei den jungen Buchen (2011: 14 %, 2012: 7 %), und jüngeren Kiefern (2011: 15 %, 2012: 10 %) mit den günstigsten Werten seit über 25 Jahren.

Situation im Rhein-Main-Gebiet weiter angespannt

Im Gegensatz zum allgemein relativ stabilen Waldzustand in 2012 bleibt die Situation im Rhein-Main-Gebiet weiter angespannt. Dies belegt auch ein erhöhter Anteil deutlicher Schäden. „Klimaveränderungen wirken sich hier besonders stark aus, da in dieser Region für den Wald oft ungünstigere Verhältnisse bestehen und die Bäume daher besonders empfindlich auf aktuelle und künftige Klimaveränderungen reagieren“, so die Ministerin. Im August dieses Jahres wurde ein „Runder Tisch zur Verbesserung der Grundwassersituation im Hessischen Ried“ eingerichtet. Dieser soll die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Wiederaufspiegelung des Grundwasserstandes in geschädigten Waldbeständen mit unterschiedlichen Interessengruppen diskutieren und konkrete Lösungsansätze erarbeiten.

Um die Gesundheit des Waldes zu fördern, setzt Hessen-Forst eine gezielte Risikostreuung und -vorsorge um. Insbesondere der Blick auf die klimatische Entwicklung der vergangenen Jahre verpflichtet den Betrieb, vorsorgend zu handeln – auch wenn die Szenarien der Zukunft mit Unsicherheiten behaftet sind. Hierzu gehören beispielsweise die Förderung standortsangepasster Baumarten, ein konsequenter Bodenschutz, der Verzicht auf die Vollbaumnutzung auf armen Standorten und regelmäßige Waldkalkungen. Auch wird ein Waldbaukonzept mit klimafesten Baumarten wie Eiche, Kirsche, Lärche, Tanne und Douglasie verfolgt.

Bodenschutzkalkung zeigt positive Wirkung

Auch die Fortführung der Bodenschutzkalkung trägt bei Waldböden mit schwacher Nährstoffversorgung zu einer Stabilisierung bei. Die Bodenkalkung hat das Ziel, die Säurewirkungen abzupuffern, die Speicherfähigkeit von Nährstoffen zu erhöhen, den Ernährungszustand und die Vitalität der Wälder zu verbessern, sowie die Durchwurzelung und bodenwühlende Fauna, wie zum Beispiel Regenwürmer, zu fördern. Zudem wird durch die Bodenkalkung das Grund- und Quellwasser vor Einträgen von Schwermetallen und Aluminium geschützt. „In diesem Jahr wurden insgesamt rund 18.200 ha Wald gekalkt, dies ist die zweitgrößte Fläche der zurückliegenden zwölf Jahre. Das Land Hessen hat hierfür 2,2 Mio Euro aufgewendet“, teilte die Umweltministerin mit. Auch die umfangreichen Maßnahmen zur Luftreinhaltung führen seit Ende der 80er Jahre zu einem deutlichen Rückgang der Säureeinträge in die Wälder. Hierbei ist zu beobachten, dass der Sulfateintrag kontinuierlich zurück geht, der Stickstoffeintrag allerdings weiterhin auf einem etwas zu hohem Niveau verbleibt.

Weitere Ergebnisse im Detail:
  • Die Buche ist mit rund 31 % Flächenanteil die wichtigste Baumart in Hessens Wäldern, gefolgt von der Fichte mit rund 25 %. Diese beiden Baumarten beeinflussen somit das Gesamtergebnis zum Zustand der hessischen Wälder erheblich.
  • Bei der älteren Buche (über 60 Jahre) zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr ein erheblich verbesserter Kronenzustand. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 38 % (2011) auf 30 % zurückgegangen.
  • Bei der älteren Fichte hat sich die mittlere Kronenverlichtung von 31 % (2011) auf 28 % verringert. Die insgesamt günstigen Witterungsbedingungen haben den Befall durch Borkenkäfer auf einem geringen Niveau gehalten.
  • Die Kronenverlichtung der älteren Eiche hat um fünf Prozentpunkte deutlich zugenommen und befindet sich derzeit bei 30 % (2011: 25 %). Der Verlauf der Kronenverlichtung der Eiche wird durch unterschiedlich stark ausgeprägtes Vorkommen der Eichenfraßgesellschaft bestimmt. Im Vergleich zum Vorjahr (23 %) hat sich der Anteil erkennbarer Fraßschäden durch blattfressende Schmetterlingsraupen wieder stark erhöht (2012: 47 %).
  • Die mittlere Kronenverlichtung der älteren Kiefer hat sich von 26 % (2011) auf 24 % geringfügig verbessert.
  • Bei den jüngeren Bäumen (bis 60 Jahre) aller Baumarten hat die Kronenverlichtung um drei Prozentpunkte auf 9 % abgenommen. Besonders erfreulich sind die Werte bei den jungen Buchen (2011: 14 %, 2012: 7 %), und jüngeren Kiefern (2011: 15 %, 2012: 10 %) mit den günstigsten Werten seit über 25 Jahren.
 
HMUELV

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