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Hessen: Waldzustandsbericht 2010

Hessen: Waldzustandsbericht 2010

Die Ergebnisse der diesjährigen Erhebung des Gesundheitszustandes der Wälder in Hessen bestätigen den Trend der letzten beiden Jahre. Die Auswirkungen des extremen Trockenjahres 2003 sind überwunden; der erfasste mittlere Kronenverlichtungsgrad hat sich bei knapp über 20 % eingependelt. Insbesondere die Baumkronen der älteren Buchenbestände konnten sich gegenüber dem letzten Jahr deutlich regenerieren. Die Witterungsverhältnisse und die nur geringe Fruchtbildung bei der Buche haben sich in diesem Jahr positiv ausgewirkt.
Die Ergebnisse der Hauptbaumarten zeigen unterschiedliche Entwicklungen. Bei der älteren Buche (über 60 Jahre) hat sich die mittlere Kronenverlichtung von 33 Prozent im Jahr 2009 auf aktuell 28 % verringert. Der Grund: 2009 trugen 97 Prozent der älteren Buchen Früchte; in diesem Jahr liegt der Anteil bei unter 1 %. Bei der älteren Eiche hat sich der Blattverlust von 24 Prozent (2009) um drei Prozent auf 27 Prozent erhöht. Ursache hierfür ist insbesondere die Zunahme der Fraßschäden von Eichenwickler und Frostspanner. Die älteren Fichten haben von den für die Borkenkäferentwicklung ungünstigen Witterungsverhältnissen profitiert.
Die Kronenverlichtung nahm von 30 % (2009) auf 27 % ab. Bei der älteren Kiefer blieb die mittlere Kronenverlichtung mit 25 Prozent nahezu unverändert. Bei den jüngeren Bäumen (bis 60 Jahre) wurde für alle Hauptbaumarten mit durchschnittlich zehn Prozent eine leichte Verbesserung des Kronenzustandes im Vergleich zum Vorjahr ermittelt (2008: 11 Prozent).
Besonders hervorzuheben ist die niedrige Absterberate. Sie liegt im Mittel bei 0,1 Prozent und damit auf einem insgesamt sehr geringen Niveau.
Langjährige Zeitreihen der Waldzustandserfassung dienen in zunehmendem Maße auch der Abschätzung und Bewertung von Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf unsere Waldökosysteme. Im Jahr 2010 waren die Temperaturen eher durchschnittlich und der Sommer war relativ niederschlagsreich. Mittelfristig besteht in Hessen seit dem Ende der 1980er Jahre allerdings eine deutliche Tendenz zu höheren Temperaturen.
Die Bodenschutzkalkung stellt auf allen schwächer nährstoffversorgten Standorten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Waldböden dar. Sie werden vor Versauerung geschützt und die Vitalität der Wälder wird verbessert. Die aktuellen Ergebnisse der Bodenzustandserhebung (BZE) II zeigen, dass die Basengehalte des obersten Mineralbodens in Hessen sich seit der BZE I (1992/93) verbessert hat. In der Bodenschicht 0 – 5 cm nahmen die basenarmen Standorte von 40 % auf 36 % ab, die der basenreichen von 22 % auf 27 % zu. In den darunter liegenden Bodenschichten sind die hessischen Waldstandorte allerdings immer noch stark versauert. Die Bodenschutzkalkung wird daher standortselektiv fortgeführt.
Aktuelle Waldschutzinformationen
Das Forstliche Umweltmonitoring dokumentiert und bewertet die ökologischen Bedingungen und Risiken, denen die Waldökosysteme in Hessen aufgrund sich ändernder Standorts- und Klimaverhältnisse unterworfen sind. Aus diesen Grundlagen werden Entscheidungshilfen für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und für die Umweltpolitik erarbeitet und der Erfolg von Maßnahmen bewertet.
Informationen über aktuelle Waldschutz-Prognosen zu ausgewählten Schadinsekten in Hessen auf der Homepage von Hessen-Forst
 

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