Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Hessen setzt Biodiversitätsziele im Staatwald um

Hessen setzt Biodiversitätsziele im Staatwald um

Um die Lebensbedingungen speziell der an Alt- und Totholz sowie Sonderstandorte gebunden Arten im hessischen Staatswald weiter zu verbessern, wurden auf fast 20.000 ha sog. „Kernflächen Naturschutz“ ausgewählt. „Diese werden zukünftig nicht mehr für die Holznutzung, sondern für den Naturschutz zur Verfügung stehen“, so Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich bei einem Termin im Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus.
 
„Artenvielfalt verbessert die Anpassungsfähigkeit und Stabilität von Wald-Ökosystemen. Biodiversität zu erhalten und zu verbessern ist daher ein Kennzeichen nachhaltiger Forstwirtschaft, wie sie der Landesbetrieb Hessen-Forst erfolgreich seit über einer Dekade praktiziert“, erläuterte Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst.
 
Zu diesem Zweck hatte eine interdisziplinäre Projektgruppe des Landesbetriebs die Naturschutzleitlinie für den hessischen Staatswald als konkretes Handlungskonzept erarbeitet. „Damit nimmt Hessen einen Spitzenplatz im Naturschutz ein“, so die Ministerin.
 
„Kernflächen Naturschutz“  
Die Auswahl der „Kernflächen Naturschutz“ durch die hessischen Forstämter das Landesbetriebs Hessen-Forst ist ein Bestandteil der Umsetzung der Naturschutzleitlinie für den hessischen Staatswald, die am 26. August 2010 mit Erlass des Ministeriums verbindlich geworden ist.
 
Die Naturschutzleitlinie ist bereits beim Entstehen intensiv mit dem amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz diskutiert worden. Diese Diskussion wurde im Rahmen der Auswahl der Kernflächen Naturschutz durch die Forstämter auf örtlicher Ebene fortgesetzt.
In den Kernflächen Naturschutz sind überdurchschnittlich viele alte Buchenbestände aber auch seltene Waldgesellschaften wie Erlenbrüche, Auewald, Trockenwälder und Schluchtwälder präsentiert. Dort werden auch viele seltene Arten einen passenden Lebensraum finden. Mit einer durchschnittlichen Größe von 6,6 ha sind die Kernflächen auch ein idealer Rückzugsraum für besonders störungsempfindliche Arten.

An häufig von Waldbesuchern frequentierten Orten werden zukünftig Informationstafeln auf die Besonderheiten dieser Waldbestände hinweisen. „Natur zum Anfassen mit reizvollen Begegnungen für uns alle wird hier dauerhaft gesichert. Denn nicht umsonst heißt unser Leitmotiv: Verpflichtung für Generationen“, stellt der Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst fest.

HMUELV

Auch interessant

von