Naturschutz, Landschaftspflege

Hessen: Naturschutzleitlinie für mehr Artenvielfalt im Staatswald

Bearbeitet von Jörg Fischer

Am 30. Juni wurde die neue Naturschutzleitlinie des hessischen Umweltministeriums und HessenForst vorgestellt. Mit ihrer Hilfe soll die Artenvielfalt in den hessischen Staatswäldern gestärkt werden. Was steht drin?

Mit einer neuen Naturschutzleitlinie wollen sich Hessens Umweltministerium und HessenForst für mehr Artenvielfalt im Wald einsetzen. Die Leitlinie regele dabei die Waldbewirtschaftung des hessischen Staatswaldes und verpflichte alle Mitarbeiterinne und Mitarbeiter des Landesbetriebs HessenForst mit einem Naturschutzkodex dazu, die Wirkungen von Maßnahmen auf den Naturschutz immer im Blick zu haben.

Die vier Kernelemente der Naturschutzleitlinie

Die Naturschutzleitlinie gliedert sich laut einer Pressemitteilung des hessischem Umweltministeriums in vier Kernelemente auf.

Plakat: „Habitatbäume – Schlüssel für die Artenvielfalt
Foto: A. Pfeiffer/HMUKLV
  1. Mehr Habitatbäumen als Schlüssel der Artenvielfalt: Ein Kernstück der neuen Naturschutzleitlinie sei die Erhöhung der Anzahl an Habitatbäumen von bisher drei auf durchschnittlich zehn Bäume pro Hektar in Laubbaumbeständen über 100 Jahre. In Natura-2000-Schutzgebieten sollen es demnach sogar 15 Bäume pro Hektar werden.
  2. Schutz seltener Tiere stärken: Dies umfasse Vogelarten und Waldfledermäuse, die besonders hohe Ansprüche an die Höhlen- und Nischenausstattung des Waldes stellen. Auch an dieser Stelle werde der Artenschutz in der neuen Naturschutzleitlinie gestärkt. Dazu gehören die Sicherung der Brut- und Setzzeit durch verkürzte Holzerntezeiträume oder auch die Ausweitung von Horstschutzzonen für Großvögel wie den Schwarzstorch.
  3. Wasserrückhalt für den Wald der Zukunft: Viele Maßnahmen sollen gewährleisten, das Wasser im Wald möglichst lange zurückzuhalten. Feuchtwälder und insbesondere Waldmoore sind wichtige Kohlenstoffsenken und sollen revitalisiert werden. Besonderen Schutz sollen Quellen als hochsensible Lebensräume erfahren, für die HessenForst eine besondere Verantwortung übernehme. Die Anlage und der Erhalt von Tümpeln und wasserführenden Gräben soll außerdem Amphibien wie Feuersalamander und Gelbbauchunke unterstützen.
  4. Lokale Naturschutzkonzepte: Lokale Naturschutzkonzepte für die Forstämter, die alle zehn Jahre erarbeitet werden, sollen eine wichtige Säule für den künftigen Waldnaturschutz bilden. In diesen Konzepten seien für jedes Forstamt – ausgehend von einer Analyse der Arten, Lebensräume und Schutzgüter im Staatswald – Handlungsfelder und Naturschutzmaßnahmen auszuarbeiten. Damit soll auf die unterschiedlichen Naturausstattungen und Schutzbedarfe in den verschiedenen Forstämtern konkret eingegangen werden können.

Weitere Infos finden sich auf der Webseite des hessischen Umweltministeriums.

Die neue Naturschutzleitlinie können Sie hier nachlesen.

Mit Material von HMUKLV und HessenForst