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Hessen: Gesundheitszustand des Waldes stabil

Hessen: Gesundheitszustand des Waldes stabil

„Der Zustand des hessischen Waldes ist weiterhin stabil. Der positive Gesamttrend der letzten zwei Jahre hat sich allerdings aufgrund der Resultate bei der Buche nicht fortgesetzt“, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2014 im Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus. 
Nach den Ergebnissen der diesjährigen Waldzustandserhebung hat sich die mittlere Kronenverlichtung aller Baumarten und Altersstufen um drei Prozentpunkte auf 23 % verschlechtert.
„Erfreulich bleibt die Tendenz dagegen bei den jüngeren Bäumen, hier erreicht der Wert mit 6 % mittlerer Kronenverlichtung nahezu das Niveau zu Beginn der Untersuchungen im Jahr 1984. Auch die Absterberate – ein wichtiger Indikator für Vitalitätsrisiken – liegt in diesem Jahr mit 0,2 % weiter auf einem geringen Niveau“, erläuterte die Ministerin.
In den Monaten Juli und August wurde der Zustand des Waldes erfasst. Die Erhebung findet auf einem für die hessischen Wälder repräsentativen Dauerbeobachtungsnetz von 8 km x 8 km (139 Flächen) statt und umfasst die Kronenverlichtung der Bäume, die Fruktifikation, Kleinblättrigkeit sowie Insekten- und Pilzschäden. Seit 1994 erfolgt in der besonders betroffenen Rhein-Main-Ebene zusätzlich eine Vollerhebung auf einem Rasternetz von 4 km x 4 km. Der Aufnahmeumfang von rund 4.000 Bäumen ermöglicht Aussagen zum Zustand des Gesamtwaldes sowie zu den hessischen Hauptbaumarten Buche, Eiche, Fichte und Kiefer.
Die Rotbuche ist mit rund 31 % Baumartenanteil die wichtigste Baumart in Hessens Wäldern. Die mittlere Kronenverlichtung der älteren Buchen stieg um 7 % auf 35 % deutlich an. Diese Entwicklung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der starken Bucheckernmast im Jahr 2014. Rund 80 % der über 60-jährigen Buchen haben in diesem Jahr mittelmäßig oder stark fruktifiziert. Die Blüte und die anschließende Fruchtbildung belasten den Stoffhaushalt erheblich. Die Folgen sind häufig eine frühere Blattvergilbung und die Bildung sehr kleiner Blätter.
Die Kronenverlichtung der älteren Eichen hat sich nochmals deutlich um 4 % auf 18 % verringert, dem niedrigsten Wert der zurückliegenden zwei Jahrzehnte. Das dürfte wesentlich durch den weiteren Rückgang der Fraßschäden durch die Raupen der Eichenfraßgesellschaft (Frostspanner, Eichenwickler u.a.) beeinflusst worden sein. Bei den älteren Fichten hat sich die mittlere Kronenverlichtung von 25 % (2013) geringfügig auf 26 % erhöht.
Bei der Fichte ist in den letzten Jahren eine leichte Tendenz der Verbesserung des Kronenzustandes erkennbar. Ältere Fichten zeigten bezüglich mittlerer Kronenverlichtung einen geringfügigen Anstieg von 25 % (2013) auf 26 %. Bei der jüngeren Fichte ist die mittlere Kronenverlichtung von 6 % (2013) auf 4 % zurückgegangen.
Die mittlere Kronenverlichtung der älteren Kiefern hat sich gegenübe dem Vorjahr nicht verändert (21 %). Nach einem Anstieg der Kronenverlichtung in der Zeit von 1984 bis 1994 hat sich der Kronenzustand seit dieser Zeit nahezu steti verbessert und erreicht jetzt wieder das Niveau der 1980e Jahre. Die mittlere Kronenverlichtung der jüngeren Kiefer hat sic von 4 % (2013) auf 11 % deutlich verschlechtert. Gründ hierfür sind nicht ersichtlich. Der Anteil starker Schäden liegt bei der Kiefer (alle Alter) im langjährigen Mittel bei 3 %.
 
Umweltministerium Hessen/Red.

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