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Hessen-Forst modernisierten Vogelschutzwarte

Hessen-Forst modernisierten Vogelschutzwarte

Umweltministerin Lucia Puttrich hat gemeinsam mit den Projektpartnern aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz die Staatliche Vogelschutzwarte am 31. August wieder eröffnet. Eineinhalb Jahre hat die Modernisierung der Einrichtung gedauert. „Die Summe von 1,3 Millionen Euro, die der Landesbetrieb Hessen-Forst hier investiert hat, hat sich gelohnt“, so die Ministerin und weiter: „Die Vogelschutzwarte verfügt jetzt über eine moderne und servicegerechte Einrichtung. Darin fühlen sich nicht nur die Besucher, sondern auch die Mitarbeiter wohl.“
Dr. Klaus Richarz, Leiter der Vogelschutzwarte, erinnerte bei seiner Begrüßung daran, dass das Gebäude im Ortsteil Fechenheim bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit den damals nur eingeschränkt vorhandenen Baumaterialen errichtet wurde, und daher nicht mehr den heutigen Anforderungen im Hinblick auf Energiebedarf und Büroausstattung entsprach.
Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, würdigte als Bauherr die Planung und Bauausführung des Architekturbüros Anja Thede aus Darmstadt. Die Modernisierung wurde konsequent unter dem Aspekt des vorbildlichen Klimaschutzes umgesetzt. „Wir haben großen Wert darauf gelegt, den Nachhaltigkeitsgedanken in den Mittelpunkt der Umbaumaßnahmen zu rücken“ so Gerst. Daher wurde der Neubau des Mitteltraktes in Holzbauweise errichtet und mit Holzfaserplatten gedämmt. Als Energieträger für die sparsame Heizung können heimische Holzpellets verwendet werden.
Für Umweltministerin Puttrich ist das realisierte Vorhaben neben der gelungenen Architektur insofern besonders nachahmenswert, als die „Heizkosten mit dem Umbau halbiert werden und die CO2-Bilanz des Gebäudes jetzt vorbildlich ist.“
Auch der Artenschutz kam bei der Planung nicht zu kurz. Architektin Anja Thede erläuterte, dass die Fassade eines Gebäudeteils komplett begrünt werde, so dass hier Nistmöglichkeiten und Lebensräume entstehen können. Konzept war auch, dass die großen Fensterflächen nicht nur für angenehm helle Räume sorgen, sondern mit einem Schutz gegen Vogelschlag versehen sind. Spezielle Gläser sowie Beschichtungen machen die Fenster für Vögel sichtbar und die Glasfläche wird als Barriere erkannt.
Die Repräsentantinnen der Träger waren sich mit den Anwesenden einig: Mit der Einweihung der neu gestalteten Vogelschutzwarte seien optimale Voraussetzungen für die zukünftige Aufgabenbewältigung im Vogelschutz geschaffen worden.
Hintergrund:
Seit 1973 hat die Vogelschutzwarte (VSW) als Drei-Länder-Anstalt „Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland“ mit dem Untertitel „Institut für angewandte Vogelkunde“ ihren Sitz in Frankfurt. Die VSW wurde 1937 als Verein im Frankfurter Römer als „Südwestdeutsche Vogelschutzwarte“ gegründet. Sie liegt im Grüngürtel in Frankfurt am Rande des Fechenheimer Waldes auf einem Grundstück des Landesbetriebs Hessen-Forst.
Mit der umfangreichen Modernisierung der Liegenschaft wurde im November 2009 begonnen. Im Dezember 2009 wurde der mittlere Gebäudeteil niedergelegt. Am 25.01.2010 erfolgte der „erste Spatenstich“ in Anwesenheit der damaligen Umweltministerin Silke Lautenschläger. Die Bediensteten der Vogelschutzwarte mussten während der Umbauphase auch das rechte Bestandsgebäude räumen und bezogen übergangsweise ein „Großraumbüro“ im Hörsaal.
Ende April 2010 konnte der Rohbau des mittleren Gebäudeteils in „elementierter Holzbauweise“ aufgerichtet werden. Zum Richtfest am 12.05.2010 war es bereits möglich, erstmals den Neubau zu begehen. Bis Ende 2010 erfolgten der Ausbau des Neubaus und die Sanierung des rechten Bestandsgebäudes. Nachdem die Mitarbeiter daraufhin die neuen Büros bezogen, folgte die Sanierung des linken Bestandsgebäudes. Im Zuge des Abschlusses der Baumaßnahme stellte sich heraus, dass das Abwassersystem der Liegenschaft stark sanierungsbedürftig war. In einer weiteren Maßnahme wurde deshalb auch eine Kanalsanierung durchgeführt. Nach Beendigung dieser Arbeiten konnte der Umgriff um die Gebäude wieder hergestellt werden.
HMUELV

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