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nicht mehr Holz zu ernten als im Verlauf des Jahres nachwächst.

Hessen-Forst engagiert sich international für nachhaltige Waldwirtschaft

Hessen-Forst erinnert anlässlich des Internationalen Tag des Waldes am 21. März 2013 daran, dass weltweit Hunderte Millionen Menschen direkt von der Nutzung der vielfältigen Erzeugnisse, die der Wald liefert, abhängig sind. Auch indirekten Leistungen des Waldes für eine intakte Umwelt kommen letztendlich allen Menschen zugute. Der Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, Michael Gerst, hebt hervor, dass „der verantwortungsvolle Umgang mit dem Wald von überragender Bedeutung für die Leistungen ist, die wir von den Wäldern erwarten“. Verantwortungsvoll heißt vor allem „nachhaltig“. In diesem Jahr feiern die Forstleute in Deutschland 300 Jahre Nachhaltigkeit.
 
Gerst weist auf das Leitmotiv von Hessen-Forst „Verpflichtung für Generationen“ hin. „Forstwirtschaft in Hessen ist fest einfügt in landes- und bundesrechtliche Vorgaben, internationale Kriterien und Konventionen, wie die Wald-Grundsätze der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro (1992), die „Helsinki Kriterien“ der europäischen Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder Europas (1993) und das Übereinkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt („Biodiversitätskonvention“, 1992)“.
 
In diesem Sinne engagiert sich Hessen-Forst nicht nur im hessischen Wald. Seit mehr als 50 Jahren stellen hessische Förster ihr Wissen über nachhaltige Waldbewirtschaftung und den gleichzeitigen Erhalt von Biodiversität Partnern in Transformations- und Entwicklungsländern im Rahmen von Projekten der internationalen Zusammenarbeit zur Verfügung. Hessen-Forst hilft bei der Entwicklung effizienter Forstorganisationen und forstlicher Betriebsführung („Good Governance“). Sie sind entscheidende Voraussetzungen, um die Versorgung mit dem Rohstoff Holz und die Umweltleistungen der Wälder sicher zu stellen.
Hintergrund

Der 21. März wurde bereits 1971 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) als Reaktion auf die globale Waldzerstörung eingerichtet. Seit diesem Jahr ist dieser Tag offiziell von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als „Internationaler Tag der Wälder“ etabliert. Veranstaltungen, die an diesem Tag weltweit begangen werden, sollen das Bewusstsein für die Bedeutung der Wälder stärken helfen.

Die internationale Staatengemeinschaft hat die Bedeutung der Wälder zunehmend erkannt. So fand 2011 das Internationale Jahr der Wälder statt. Im Jahr 2010 gab es das Internationale Jahr der Artenvielfalt (Biodiversität), 2012 das Internationale Jahr der Erneuerbaren Energien. 2013 ist das Jahr der internationalen Zusammenarbeit im Bereich Wasser. Gegenwärtig ist ca. ein Drittel der Erde bewaldet. Nach wie vor gehen weltweit jährlich zwölf Millionen Hektar Wald durch Umwandlung in andere Nutzungen und unsachgemäße Bewirtschaftung verloren.
 
Der hessische Förster Georg Ludwig Hartig (1764 bis 1837) hat mit seinem 1795 veröffentlichtem Buch „Anweisung zur Taxation der Forste oder zur Bestimmung des Holzertrags der Wälder“ Nachhaltigkeit zum tragenden Prinzip der Forstwirtschaft gemacht: „Es lässt sich keine dauerhafte Forstwirtschaft denken und erwarten, wenn die Holzabgabe aus den Wäldern nicht auf Nachhaltigkeit berechnet ist. Jede weise Forstdirektion muss daher die Waldungen des Staates ohne Zeitverlust taxieren lassen und sie zwar so hoch als möglich, doch so zu benutzen suchen, dass die Nachkommenschaft wenigstens ebenso viel Vorteil daraus ziehen kann, als sich die jetzt lebende Generation zueignet“.

Hessen-Forst
Gesunder Mischwald im hessischen Staatswald mit natürlicher Verjüngung: Nachhaltig heißt nicht mehr Holz zu ernten als im Verlauf des Jahres nachwächst.

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