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Hessen auf Rückkehr des Wolfes gut vorbereitet

Hessens Umweltministerin Priska Hinz hat am 3. August das neue Wolfsmanagement vorgestellt.
Weil die Betroffenheit sehr unterschiedlich ist, sei bereits im vergangenen Jahr der Kontakt zum NABU, dem BUND, dem Landesjagdverband, dem Ökologischen Jagdverband, dem Hessischen Bauernverband und dem Verband der Schafhalter gesucht worden. „Gemeinsam haben wir das jetzt neu vorliegende Wolfsmanagement erarbeitet. Im Ergebnis sind wir heute schon gut auf die Möglichkeit einer dauerhaften Rückkehr des Wolfes vorbereitet. Das ist ein wichtiger Schritt um in Hessen sachorientiert und unaufgeregt mit dem Thema Wolf umzugehen“, so Ministerin Hinz.
Thema Sicherheit im Mittelpunkt

Für die Bürger steht das Thema Sicherheit im Mittelpunkt. Hierfür hat das Umweltministerium ein Merkblatt mit den wichtigsten Verhaltensweisen bei einem Aufeinandertreffen zwischen Mensch und Wolf entworfen. Das Merkblatt steht im Internet zur Verfügung. Außerdem arbeitet das Umweltministerium mit der Polizei zusammen, um auf alle Fälle vorbereitet zu sein. Denn für Bürger ist die Polizei in der Regel der erste Anlaufstelle bei Kontakt mit dem Wolf.
„Die Wahrscheinlichkeit auf einen Wolf zu treffen ist äußerst gering. Kommt es, entgegen aller Wahrscheinlichkeit, doch zu einem Aufeinandertreffen, gibt das Merkblatt klare und verständliche Hinweise wie man sich verhalten soll“, kommentierte Hinz. Um das wissenschaftliche Monitoring voranzubringen, hat das Land eine offizielle Wolfbeauftragte. Um dieses Monitoring aber möglichst breit und flächendeckend zu betreiben, benötigt das Land auch die Mithilfe unter anderem der Bevölkerung, der Naturschutzverbände oder der Forst- und Landwirtschaft. Darum wurde eigens eine Wolf-Hotline eingerichtet. Diese kann bei allen Fragen zum Thema Wolf erste Informationen, die richtigen Ansprechpersonen oder Vorgehensweisen vermitteln.
Der Wolf wird die Existenz der Schafhalter nicht gefährden
Die Schafhalter in Hessen sind in besonderer Weise von einer möglichen Rückkehr des Wolfes betroffen. Daher liegt ein Schwerpunkt des hessischen Wolfsmanagements auch im präventiven Herdenschutz. Im Falle eines belegten Wolfrisses können sich Schafhalter einen elektrischen Herdenschutzzaun bei den Regierungspräsidien ausleihen. Es wären bereits viele Förderprogramme auf den Weg gebracht worden, um das wirtschaftliche Überleben der Schafhalter zu sichern. „Der Wolf wird die Existenz der Schafhalter jedenfalls nicht gefährden“, bekräftigte Hinz.
Wissenschaftliche Untersuchungen aus anderen Bundesländern belegen, dass der Wolf sich zu weniger als 1 % von Schafen oder Ziegen ernährt. Das Land kooperiert eng mit Schafhaltern zusammen, um den Herdenschutz in Hessen weiter voranzutreiben.
Wolfsexperten in allen hessischen Landkreisen
Eine Prognose über den Zeitpunkt oder den Ort einer sesshaften Wolfspopulation kann derzeit nicht angestellt werden. Darum wird das Umweltministerium die fachliche Aus- und Fortbildung und Beratung zum Thema Wolf intensivieren. Dafür werden in allen hessischen Landkreisen jeweils zwei Wolfsexperten ausgebildet. Im Herbst 2015 beginnen die Schulungen, weitere folgen im kommenden Jahr. Die Wolfsexperten werden als erste Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Wolf dienen und ihr Wissen auch in Veranstaltungen weitergeben. Diese Experten werden aus den Reihen der Naturschutzverbände, der Jägerschaft, den Förstern und den regionalen Behörden gewonnen. Auf Seite des Landes gibt es eine offizielle Wolfsbeauftragte, die als zentrale Anlaufstelle für das Wolfsmonitoring dient und die Koordination zwischen den Institutionen des Bundes und der anderen Bundesländer übernimmt.
Für den Wolf attraktive Bereiche
„Wir wollen künftig ein besonderes Augenmerk halten auf die Bereiche, die für eine Rückkehr des Wolfes attraktiver erscheinen als andere“, hob Ministerin Hinz hervor. Dazu gehörten waldreiche wenig besiedelte Gegenden mit wenig Straßen, insbesondere Rothaargebirge, Ederbergland, Kellerwald, Burgwald, Reinhardswald, praktisch der gesamte Werra-Meißner-Kreis, der nördliche Vogelsberg und Spessart. „Dort rechnen wir zuerst mit der Bildung reproduzierender Paare und danach auch Rudeln. Wann dies geschieht, können wir heute noch nicht sagen.“
Umweltministerium Hessen

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