Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service

Hessen: 10 Mio. € für den Naturschutz im Vogelsberg

Hessens Umweltministerin Priska Hinz hat am 7. August den Zuwendungsbescheid für das Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg übergeben. Die knapp 10 Mio. wären eine sinnvolle und wirksame Maßnahme, weil sie über den Naturschutz hinaus auch Perspektiven für eine nachhaltige Landwirtschaft und die Entwicklung der Region insgesamt biete, so Hinz.
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg hat die Hessische Umweltministerin, gemeinsam mit Dr. Elsa Nickel als Vertreterin des Bundesumweltministeriums und Thomas Graner vom Bundesamt für Naturschutz einen Zuwendungsbescheid an den Projektträger Natur- und Lebensraum Vogelsberg e.V. übergeben. Die Förderung wird zu 65 % aus dem Bundesprogramm chance.natur, zu 25 % vom Land Hessen sowie zu 10 % vom Vogelsbergkreis finanziert.
Landschaften mit bundesweiter Bedeutung
Charakteristisch für die Region ist die enge Verzahnung von naturnahen Lebensräumen. Dazu zählen Buchen-, Bruch-, Blockschutt und Schluchtwälder, Moore und Fließgewässer mitsamt ihren Quellen und bachbegleitenden Auen sowie wertvolle und reich strukturierte Kulturlandschaftsbiotope. Damit kann der Vogelsberg als eines der Biodiversitätszentren in Deutschland angesehen werden. Nur in diesen herausragenden Landschaften mit bundesweiter Bedeutung, so Fachbereichsleiter Thomas Graner vom Bundesamt für Naturschutz, kann der Bund mit seinem Förderprogramm chance.natur die Länder und Naturschutzakteure vor Ort unterstützen.
Auch Dr. Nickel vom Bundesministerium für Umwelt unterstreicht die Artenvielfalt im Vogelsberg: „Das Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg ist ein Baustein, um zur Erhaltung artenreicher Grünlandlebensräume und naturnaher Wälder in Deutschland beizutragen. Aufgrund seines überdurchschnittlichen und bemerkenswerten Artenreichtums und des hohen Anteils naturnaher Wälder, der deutlich höher als im Bundes- bzw. Landesdurchschnitt ist, kommt dem Vogelsberg aus naturschutzfachlicher Sicht eine nationale Bedeutung zu, die eine Förderung durch den Bund rechtfertigt.“
Ziel der Naturschutzgroßprojekte
Ein zentrales Ziel der Naturschutzgroßprojekte liegt in der Erhaltung, Entwicklung und auch Wiederherstellung einer reichhaltigen und heutzutage häufig gefährdeten Vielfalt an Arten und natürlichen Lebensräumen innerhalb einer zuvor festgelegten Förderkulisse. Diese besteht beim Vogelsberg-Projekt aus 53 zumeist aneinandergrenzenden Fördergebieten, die in der Summe 7.590 ha umfassen.
„Als eine wichtige Prämisse aller Naturschutzgroßprojekte gilt das Prinzip der Freiwilligkeit“, erläutert Thomas Graner. „Dabei soll nicht nur den Belangen der Flächeneigentümer, sondern auch denen der Pächter Rechnung getragen werden.“ Aus diesem Grunde wurde die Fachplanung – der Pflege- und Entwicklungsplan – rechtzeitig und transparent im Rahmen der projektbegleitenden Arbeitsgruppe mit den betroffenen Gruppen besprochen und diskutiert. Damit wurde ein tragfähiges Fundament für eine erfolgreiche Projektumsetzung geschaffen. Vorsitzender des Trägervereins Natur- und Lebensraum Vogelsberg e.V., Karl-Peter Mütze, dankt vor allem den engagierten Akteuren im Vogelsberg, die das Projekt ermöglichen.
MULV Hessen

Auch interessant

von