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Herbstpflanzung komplettiert Waldumbau im sächsischen Staatswald

Herbstpflanzung komplettiert Waldumbau im sächsischen Staatswald

Dieser wird im Staatswald seit Beginn der 1990er Jahre durchgeführt. „Wir streben einen dauerhaften Übergang von instabilen, arten- und strukturarmen Monokulturen hin zu artenreichen, standortgerechten und produktiven Mischwäldern an“, umreißt Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun die Generationenaufgabe Waldumbau. Dieser Baumartenwechsel konzentriert sich insbesondere auf Fichtenwälder im Hügelland sowie in den unteren und mittleren Berglagen des Vogtlandes, des Erzgebirges und der Sächsischen Schweiz. Ebenso betroffen sind Kiefernwälder im nordsächsischen Tiefland. Auch die Lücken, die das Sturmtief Niklas Ende März 2015 hinterließ, bieten in den kommenden Jahren Platz für eine neue, stabilere Waldgeneration.
Baumartenwechsel im Fokus
 
Das Gros der Arbeit wurde dabei schon im Frühjahr erbracht. 1.116 ha wurden bereits aktiv verjüngt, gut 4 Mio. Bäume gepflanzt und über 4.000 kg Saatgut hauptsächlich per Hand ausgebracht. Schattbaumarten wie Rotbuche und Weißtanne werden ausschließlich unter den schützenden Schirm des Altbestandes verjüngt. Dieser wird behutsam über einen langen Zeitraum hinweg aufgelichtet. Nur in Ausnahmefällen ist der Baumartenwechsel durch kleinflächige Kahlhiebe unumgänglich. Insbesondere der Wechsel von der Kiefer hin zur lichtliebenden Eiche zieht häufig stärkere Eingriffe im Altbestand nach sich.
Durchgeführt werden die Arbeiten im Staatswald zu zwei Dritteln von privaten Forstdienstleistern, ein Drittel erfolgt durch die Forstwirte von Sachsenforst.
Im Tief- und Hügelland werden insbesondere Laubbaumarten wie Stiel- und Traubeneiche, Linde, Vogelkirsche oder Hainbuche gepflanzt. In den mittleren und höheren Berglagen sind es insbesondere Rotbuche, Weißtanne und Bergahorn. In den Kammlagen des Erzgebirges bleibt die Fichte die dominierende Baumart der natürlichen Waldgesellschaft und wird mit Vermehrungsgut geeigneter Herkunft verjüngt.
Schäden durch Wildverbiss und extreme Trockenheit
Neben der eigentlichen Pflanztätigkeit wartet noch eine weitere Aufgabe auf die Forstwirte: Viele verjüngte Flächen müssen beispielsweise mit Zäunen gegen Rehe und Hirsche geschützt werden.
Landesforstpräsident Braun: „Unser aktuelles Verbiss- und Schälgutachten hat uns leider gezeigt, dass der Waldumbau in vielen Regionen aufgrund hoher Wilddichten noch nicht ohne Schutzmaßnahmen möglich ist. Wir wollen die anstehenden Drückjagden im Staatswald nutzen, damit die Wildschäden ein wirtschaftlich tragbares Maß nicht überschreiten. Unsere standortgemäßen Hauptbaumarten sollen sich ohne Schutzmaßnahmen verjüngen lassen.“
Die bereits gepflanzten Bäumchen schmecken nicht nur dem Wild, sie haben zusätzlich noch mit den Auswirkungen des extrem trockenen und heißen Sommers zu kämpfen. Dieser hat bei den Frühjahrspflanzungen zu deutlichen Verlusten bei den Jungpflanzen geführt. Das wirkliche Schadausmaß wird sich im kommenden Frühjahr beim Laubaustrieb zeigen.
Staatsbetrieb Sachsenforst

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