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Heinrich Spiecker 70 Jahre

Heinrich Spiecker 70 Jahre

Am 1. Juni feiert Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Spiecker, ehemaliger Direktor des Institut für Waldwachstum der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg seinen 70. Geburtstag.
Er studierte in Freiburg Forstwissenschaften mit dem Abschluss Diplomforstwirt und in Berkeley, Kalifornien mit dem Abschluss „Master of Science in Economics of Forest Management“. Nach seiner Promotion in der forstlichen Betriebswirtschaftslehre arbeitete Spiecker 1974/1975 als Gastprofessor im Auftrag der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit an der Universität Curitiba, Brasilien. Daraus entstanden enge Kooperationen in Forschung und Lehre, die auch heute noch bestehen. Nach angeschlossenem Referendariat in der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg kehrte Spiecker in die Wissenschaft zurück, wo er mit einjähriger Unterbrechung als Forsteinrichter in Waldkirch seine Berufung gefunden hat: zuerst als wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Waldwachstum der Albert-Ludwigs-Universität und von 1984 bis 1992 in der Abteilung Waldwachstum an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), wo er 1990 habilitierte. 1992 wurde er an die Universität Freiburg berufen; dort forschte und lehrte er bis zu seiner Pensionierung im Oktober 2015.
Für seine wissenschaftlichen Leistungen und seinen vielfältigen Einsatz für internationale Forschungskooperationen als Initiator und Koordinator zahlreicher Forschungsvorhaben, als Vorsitzender/Mitglied bedeutender weltweiter Netzwerke sowie für die Förderung des bi-nationalen und internationalen studentischen Austausches erhielt Spiecker 2014 die Ehrendoktorwürde der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). Spiecker hat zahlreiche europaweite Studien koordiniert, die auch von praktischer Relevanz sind, beispielsweise die Studie Wachstumstrends der Wälder Europas, Wertholzproduktion mit Laubbäumen, Vor- und Nachteile der Überführung von Fichtenreinbeständen, Auswirkungen von Klimaveränderungen auf die Produktivität von Wäldern, Agroforstsysteme als multifunktionale Landnutzungssysteme in Mitteleuropa, sowie naturnahe Waldwirtschaft in China. Dazu entwickelte er innovative Methoden der Jahrringforschung und war Pionier im Einsatz von Laser Scanning in der Waldforschung. Er war Initiator und Leiter mehrerer IUFRO-Arbeitsgruppen und auch Mitglied des IUFRO Board. Er ist assoziierter Professor der Universität Wisconsin-Stevenspoint und der Universität Toronto sowie Fellow des Europäischen Forstinstituts. Von 1993 bis 2001 war Spiecker erster Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Europäischen Forstinstituts. Er war Fachkollegiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Bonn und Mitglied des Forschungsbeirats der chinesischen Akademie für Forstwissenschaften (CAF), Peking. Für seine innovativen Forschungsarbeiten und Verdienste in der internationalen Lehre hat er mehrere Preise erhalten, beispielsweise den Schweighofer Innovationspreis 2005, den Daimler Financial Services Award 2006, und zuletzt den „Award of the Chinese Government of Hebei Province“ im März 2017.
Seit 2002 ist Spiecker deutscher Koordinator des internationalen Studienprogramms ERASMUS MUNDUS „Master of European Forestry“. Er initiierte und koordinierte außerdem einige Bachelor- und Masterprogramme sowohl auf bi-nationaler als auch europäischer und außereuropäischer Ebene, so unter anderem das deutsch-französische Studienprogramm „Forstwissenschaft – Sciences forestières“ der Fakultät in Freiburg und AgroParisTech in Nancy, ein Bachelor+ Programm mit mehreren Universitäten in Kanada, sowie das Master Programm „TRANSFOR-M“ (TRANSatlantic FORestry Master) mit Partnern in Europa und Kanada, das zu einem dualen Master in Forst und Umweltwissenschaften führt.
Fast zwei Jahre nach der offiziellen Pensionierung ist Spiecker weiterhin aktiv: sowohl in der Lehre als auch in mehreren internationalen Forschungsvorhaben als Projektleiter sowie als gefragter forstlicher Berater und Gutachter. Ablenken lässt er sich aber gerne durch praktische Waldarbeit, Skilanglauf und durch seine Familie.
Prof. Konstantin Frhr. von Teuffel

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