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Das liegende Holz wird begiftet, um die Käfervermehrung einzudämmen

Heftiges Käferjahr

Das Forstunternehmen H&R Forst hat im vergangenen Jahr im Sturm- und Käferholz viele Überstunden angehäuft. Carsten Henkel und Marc Rosenberg haben das Unternehmen im Januar 2018 gegründet – kurz nachdem Friederike in Niedersachsen knapp 3,2 Mio Fm Schadholz hinterlassen hatte. Wir haben sie im Forstamt Riefensbeek besucht.

Der Borkenkäfer hat im vergangenen Jahr zugeschlagen wie selten zuvor. Sturm Friederike im Januar und der unendliche Dürresommer haben die Voraussetzungen für ein Szenario geschaffen, das die Niedersächsischen Landesforsten (NLF), die Forstunternehmer im Harz und in den Anrainer-Regionen noch über viele Monate beschäftigen dürfte. Es ist noch lange keine Ruhe eingekehrt an der Borkenkäferfront, auch wenn mittlerweile der Winter eingekehrt ist und für eine Atempause gesorgt hat. Wie ist es den Forstunternehmern in diesem Jahr ergangen? Das haben wir schon im September Carsten Henkel und Marc Rosenberg aus Osterode-Lasfelde gefragt.

Als wir die beiden besuchten, erzählt Henkel, dass das ganze Ausmaß der Borkenkäfer-Katastrophe eigentlich erst im Spätsommer deutlich wurde. „Der Harz wird leergefressen“, befürchtete er damals. Er arbeitet zusammen mit seinem Kompagnon Marc Rosenberg gerade im Forstamt Riefensbeek südlich von Clausthal-Zellerfeld. Es war im Januar 2018 eines der am stärksten vom Sturm Friederike betroffenen Forstämter Niedersachsens. Einzelne Fichten und Lärchen mit braunen Kronen, ganze Nester und regelrechte Galerien im Grundton Rostbraun zeigen, dass die Borkenkäfer erhebliche Schäden angerichtet haben.

Die unorthodoxen Polter an den Waldwegen lassen ahnen, dass man einer solchen Schädlingsexplosion nicht mit einer Arbeit nach dem Lehrbuch gerecht wird. Die motormanuell gefällten Käferbäume rückt Henkels Fahrer Damir Glisic mit einem Welte-Skidder samt Krone an die Waldstraße. „Die Bäume mit Haut und Haaren rücken“, bezeichnet das Carsten Henkel; man könnte es auch einfach Ganzbaumverfahren nennen. „Auf diese Weise entfernen wir soviel fängisches Material von den Flächen wie möglich, um das Übergreifen des Borkenkäfers auf gesunde Bäume einzudämmen.“

Achzig Prozent begiftet

Voraussetzung für die Lagerung im Wald ist allerdings, dass die Stämme samt Krone mit einem Forstschutzmittel behandelt werden. In einem Ausnahmejahr wie diesem, in dem zusätzlich auch noch die Transportkapazitäten extrem knapp waren, kommt dabei eine ganze Menge Holz zusammen. Rund 80 % des gerückten Holzes spritzt das Unternehmen H&R mit dem Mittel Karate Forst, ehe der Harvester es sechs Wochen später aufarbeitet und einschneidet.

Während Henkel das Vorgehen erklärt, fällt Forstwirtschaftsmeister Marc Rosenberg mit seiner Motorsäge eine Fichte nach der anderen. Ausgezeichnet sind die Bäume nicht. Das wäre überflüssig, denn die trockenen Kronen zeigen deutlich an, welche Bäume weg müssen. Während Glisic mit dem Skidder die nächste Fuhre abfährt, legt Rosenberg eine kurze Pause ein und holt den „Gegner“ ans Tageslicht. Meist genügen ein oder zwei Schnitte mit dem Schäleisen, um die Fraßgänge unter der Rinde mit Gelegen, Larven und ausgereiften Käfern freizulegen. „Alle Brutstadien sind vertreten“, sagt Rosenberg, bevor er sich den nächsten Baum vornimmt.

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Den vollständigen Artikel finden Sie in der Forst & Technik 1/2019.

Werner Hoppe

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