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Grundwasserförderung im hessischen Ried sorgt für Konflikte

Der Wasserbeschaffungsverband Riedgruppe Ost feierte am 19. Dezember sein 60-jähriges Jubiläum. Die Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser äußerte sich positiv gegenüber des Wasserbeschaffungsverbands Riedgruppe Ost, der „einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung einer umweltgerechten Wasserversorgung geleistet hätte“. Gerade aber dieser Behauptung widerspricht die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald entschieden. Wie konnte es zu diesem Konflikt kommen?

Denn ausgerechnet die Grundwasserförderung der Riedgruppe Ost hat seit 1957 den Ökosystemen Jägersburger Wald und Feuersteinberg schweren Schaden zugefügt und die grundwasserversorgten Waldökosysteme nachhaltig geschädigt, so lautet die Reaktion von Bernhard Klug, Landesvorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Hessen. Die Grundwasserausbeutung im Ried als Beitrag zu einer umweltgerechten Wasserversorgung zu klassifizieren, stehe im krassen Widerspruch zu den Erkenntnissen des Runden Tisches Ried. In seinem Abschlussbericht werden 13.500 ha Wald identifiziert, die durch Grundwasserförderung im Hessischen Ried so geschädigt sind, dass sie nicht mehr nachhaltig bewirtschaftet werden können.

Die Grundwasserförderung arbeitet nicht umweltgerecht

Verursacht werden diese Schäden von der Riedgruppe Ost als eine der ältesten, nicht umweltgerecht arbeitenden Wasserverbände, so Klug. Zwar werde mit Versickerungsgalerien Wasser in die Waldböden infiltriert, jedoch erreichte der Grundwasserspiegel nie wieder sein ursprüngliches Niveau. Das führe dazu, dass die grundwasserangepassten Waldgesellschaften vertrocknen und verschwinden. Die SDW fordert daher mit Wassersparmaßnahmen und zusätzlicher Versickerung seitens der Wasserwerke den Grundwasserspiegel wieder so stark anzuheben, dass die „grundwasserabhängigen“ Wälder ausreichend mit Wasser versorgt werden. Erst dann können die durch das Europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 geschützten Ökosysteme revitalisieren. „Die Äußerungen von Staatssekretärin Dr. Tappeser widersprechen der Realität und geben ein Bild wieder, das weder wissenschaftlich korrekt dargestellt wird noch den Fakten entspricht“, teilt Klug mit.

Im Sommer 2017 reichte die SDW wegen großflächiger Wald- und der damit verbundenen Biodiversitätsschäden im Hessischen Ried beim Verwaltungsgericht Klage gegen das Regierungspräsidium Darmstadt ein. Die Naturschutzvereinigung will damit bezwecken, dass eine verantwortungsbewusstere Wassergewinnung durchgesetzt wird und die Wälder mit angepassten Grundwasserspiegeln gesunden können.

SDW

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