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Hauptversammlung der Forstkammer Baden-Württemberg

Die Forstwirtschaft in Baden-Württemberg braucht klare und verlässliche Strukturen. Anlässlich der Mitgliederversammlung der Forstkammer in Schorndorf (23.6.2016) forderte deren Präsident Roland Burger einen offenen und sachlichen Dialog zur Frage der Neuorganisation der Forststrukturen im Land.

Im laufenden Kartellverfahren geht auch das Land mittlerweile davon aus, dass organisatorische Veränderungen erforderlich sein werden. „Dabei müssen die Betroffenen – und da spreche vor allem von den Waldeigentümern – von Anfang an und auf Augenhöhe eingebunden werden“, forderte Burger und stellte klar: „Wir sind die Betroffenen!“
Das Kartellverfahren habe viel Kraft und Zeit gekostet, betonte Burger, die Forstwirtschaft in Baden-Württemberg stehe vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Entfremdung der urbanen Gesellschaft von der Naturnutzung und der Erhalt der Wirtschaftlichkeit der Forstbetriebe erforderten die volle Aufmerksamkeit der Branche. Die bevorstehenden Aufgaben benötigten „klare und verlässliche Strukturen“. Zwar müsse man in der kartellrechtlichen Auseinandersetzung zwischen Land und Bundeskartellamt das für die zweite Jahreshälfte ankündigte Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf abwarten. Die Zeit bis dahin müsse aber für Überlegungen zu den zukünftigen Forststrukturen genutzt werden.
In diesem Zusammenhang übte der Forstkammer-Präsident scharfe Kritik an der Beteiligungspolitik des Ministeriums für Ländlichen Raum (MLR). In der vergangenen Woche hatte das MLR die Einrichtung einer interministeriellen Arbeitsgruppe zur Erarbeitung möglicher Organisationsvarianten angekündigt. An dieser Arbeitsgruppe will das MLR zwar die Kommunen, nicht aber den Privatwald beteiligen. Burger kritisierte dies als „Zwei-Klassen-Beteiligung“, durch die der Zusammenhalt der Branche aufs Spiel gesetzt werde. „Dieser Fehler muss korrigiert und die gleichberechtigte Beteiligung der Waldbesitzarten sichergestellt werden“, forderte Burger.
Lob erhielt die grün-schwarze Landesregierung hingegen für die Aussagen zu Forst und Wald im Koalitionsvertrag. Die Ankündigung, die Regierung wolle sich für den Vertragsnaturschutz im Wald einsetzen, forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse stärken und die Leistungen der Waldbesitzer für die Allgemeinheit unterstützen, bezeichnete der Forstkammer-Präsident als „richtige und wichtige Signale“. Die Forstkammer werde sich an der Ausgestaltung der Forstpolitik im Land weiterhin aktiv beteiligen.
 
Forstkammer Baden-Württemberg

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