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Yarder Harvestline

An der kanadischen Westküste verlaufen gleich drei parallele Gebirgsketten der Rocky Mountains. Hier ist der Holzeinschlag an steilen Bergen der Normalfall – und Seilkrananlagen sind weit verbreitet. An kürzeren Hängen werden aber auch Yarder wie die aus Neuseeland stammende Harvestline gerne eingesetzt.

Entwickelt hat dieses in Europa nicht verbreitete Yarder-System die Firma Electrical Machinery Services (EMS) aus Neuseeland. Basis ist ein normaler Raupenbagger, dessen Ausleger mit einem abklappbaren Mast ausgestattet ist. Am Ende des Standardauslegers befindet sich außerdem eine Verankerungsvorrichtung, die vor dem Bagger in den Boden gestemmt wird, um die Maschine bei der Seilarbeit so zu stabilisieren, dass sie nicht nach vorne rutscht. Die Seiltrommeln sind im Heck oder auf dem Motorwagen der Maschine angebracht.

Greiferwagen EMS Hawkeye

In der Einschlagsfläche verankert der Fahrer den Mast vor der Maschine, das Trag- und Rückholseil laufen dann vom Heck über die Kabine hinweg zu einer Rolle am Mastende. Das Tragseil wird am unteren Ende der Hiebsfläche an einen Baum oder einen mobilen Endmast gespannt, etwa ein Bagger oder eine Holzlademaschine. Statt mit einem der üblichen Laufwagen arbeitet die Harvestline mit einem motorisierten Greiferwagen, den EMS Hawkeye nennt. Er ist mit einer Kamera ausgestattet, mit deren Hilfe der Bediener in der Baggerkabine das Geschehen am Boden im Auge behält.

Geringer Schulungsaufwand

Die Harvestline bietet bessere Kontrollmöglichkeiten als ältere Yardersysteme, da die Bedienung keine Kupplungen, Bremsen und Luftüberwachung erfordert. Der Greiferwagen wird hydraulisch angetrieben und lässt sich mit dem integrierten Steuersystem präzise einsetzen. Für ihren Betrieb sind nur zwei Arbeiter nötig, im Vergleich zu bis zu sieben bei normalen Seilkransystemen. Dementsprechend müssen Arbeitskräfte nicht im gefährlichen oder beschwerlichen Gelände eingesetzt werden, und der Schulungsaufwand für den Maschinenführer ist geringer. Mit Hilfe der Kamera kann er den Greifer öffnen, schließen und drehen, um die Stämme zu fassen und zur Landung zu seilen. Die Harvestline hat ein Tragseile für Seilentfernungen bis zu 365 m, am besten arbeitet sie jedoch zwischen 185 und 275 m. Einsetzbar ist sie bei mittleren bis extremen Hangneigungen entweder im Bergauf- oder im Bergabverfahren.

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Den volständigen Artikel finden Sie in der Forst & Technik 1/2020.

Tony Krysanowski

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