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Hat der Harvester den Baum fest im Griff und hat die Krone aufgehört zu schwingen, beginnt der Forstwirt in Funkabsprache mit dem Fahrer den Fällschnitt

Umdrücken mit dem Harvester bald legal?

In der Schweiz dürfen Unternehmer ihre Harvester seit 2017  als maschinelle Fällhilfe in der Holzernte einsetzen. Die Schweizer Unfallversicherung SUVA hat das Verfahren abgesegnet. Der Deutsche Forstunternehmer-Verband (DFUV) arbeitet bereits an einer ähnlichen Regelung.

Diese Fichte hat ihre Tücken: Mehr als 30 m hoch, ein Brusthöhendurchmesser von etwa 80 cm, dazu ein leichter Rückhang. Am Stammfuß lässt sich außerdem erahnen, dass ein Teil des Stammdurchmessers rotfaul ist. Kein Profi wird einen solchen Baum vollkommen sorglos fällen.

Sascha Jetzer macht sich nach der Baumansprache an die Arbeit und legt den Fallkerb an. Gleich müsste er, wenn er sich nicht auf die Seilunterstützung durch einen Forstschlepper verlassen könnte, mühsam keilen oder mittels hydraulischem Hebewerkzeug versuchen, die Fichte über die Senkrechte hinaus zu drücken.

Anweisung per Funk 

Der junge Forstwart von der Firma Forst und Garten Gränicher aus dem schweizerischen Kanton Bern kann aber auf eine andere Variante setzen: Jetzt tritt aus dem Gefahrenbereich zurück und erteilt Roland Rüfenacht von der Woodex AG per Funk die Freigabe. Der Maschinist auf dem Komatsu 931XC fährt seitlich an die Fichte heran, packt den Stamm auf maximaler Reichhöhe mit dem Harvesteraggregat, drückt den Baum minimal in Fällrichtung und lässt seine Hände an der Steuereinheit ruhen, während Sascha Jetzer den Kronenbereich noch so lange beobachtet, bis sich die Erschütterungen durch das Anpacken ausgeschwungen haben.

Dann beginnt er mit dem Fällschnitt, setzt rechtzeitig einen Sicherungskeil, nimmt wieder die Beobachtungsposition in der sicheren Zone ein und gibt Rüfenacht erneut grünes Licht. Der Harvester-Fahrer drückt die Fichte nun um, bei einem Neigungswinkel von etwa 60° lässt er den Baum los, der in der gewünschten Position zu Boden fällt.

In der Praxis üblich

Dieses Arbeitsverfahren für starkes Holz erscheint sicher, effizient und auch schonend für den Säger, der vom unfallträchtigen Entasten entlastet wird. 

In Deutschland würden darum viele Forstunternehmer gerne nach diesem Verfahren arbeiten. Unter der Hand räumen manche sogar ein, dass bisweilen genauso gearbeitet wird. Ein offizielles Verfahren ist die Vorgehensweise jedoch nicht. 

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Wie es weiter geht, das lesen  Sie in der Forst & Technik 5/2019.

Jens Eber

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