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Zeichnung des Pendelarmharvesters mit Baggeroberwagen. Mit ihren um 180° dreh­baren Rädern könnte die Maschine theoretisch sogar seitwärts fahren

Ein Harvester-Konzept von Jürgen Hartig

Jürgen Hartig aus Niedersachsen hat schon Anfang der 1990er Jahre einen Pendelarmharvester gebaut. Jetzt hat der ehemalige Forstunternehmer das Konzept weiterentwickelt. Er kombiniert dabei ein Pendelarm-Radfahrwerk ohne Knickgelenk mit dem Oberwagen eines Baggers.

Eigentlich ist Jürgen Hartig schon Rentner. Doch eine Sache lässt den ehemaligen Forstunternehmer aus Niedersachsen einfach nicht los: seine Idee für ein neues Harvester-Konzept. Wenn man nach dem Ursprung für diese Leidenschaft sucht, muss man 30 Jahre zurück gehen.

Der erste Skogsjan

Hartig arbeitete in den 1980er Jahren zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder als Holzrücker. Sie setzten dabei lange ganz auf ihre MB-Tracs, doch die skandinavische Kurzholztechnik übte bereits eine große Faszination aus. 1989 reiste Jürgen Hartig zur Elmia Wood nach Schweden. Dort sah er zum ersten Mal die Harverster der Firma Skogsjan. Er war begeistert von ihren beweglichen Radarmen, mit denen sie Geländeneigungen und -unebenheiten so wunderbar ausgleichen konnten.

Hartigs Prototyp HP 120

Kurz entschlossen, entschied sich Hartig, eine solche Maschine  selbst zu bauen. Schon 1990 war Hartigs Prototyp HP 120 fertig – mit einem 120-PS-Motor von Mercedes und dem ersten in Deutschland eingesetzten Parallelkran. Inklusive zweier Umbauten hielt die Maschine 11.000 Betriebsstunden bis in das Jahr 2002 durch.

Ein neues Harvester-Konzept von Jürgen Hartig

Hartig hatte zu dieser Zeit schon längst neue Ideen. Nach dem Sturm Lothar 1999 arbeitete er mit einem großen Kettenbagger im Windwurf. An sich ist er kein Freund von Kettenlaufwerken im Wald, aber ihre Vorteile sind natürlich unübersehbar. Neben dem drehbaren Oberwagen ist das vor allem die Anordnung von Motor, Hydraulikpumpen usw. als Gegengewicht zum Hubmoment des Krans. Erst diese Konstellation ermöglicht auch bei schweren Aggregaten eine große Kranreichweite. Probleme bereiten bei dieser Maschinengattung aber der Transport auf Straßen, die geringe Fahrgeschwindigkeit beim Umsetzen auf Waldwegen sowie bei Lenkbewegungen die unvermeidlichen Scherschäden am Boden.

Damals reifte bei Hartig die Idee, den Baggeroberwagen mit einem Radfahrwerk zu kombinieren. Um die Stabilität der Maschine im Gelände zu erhöhen,  verfolgte er zwei Ansätze. Er senkte erstens den Schwerpunkt, indem er den Oberwagen zwischen den Rädern platzierte. Und zweitens führte er ein seitlich verstellbares Fahrwerk ein, mit dem sich die Spurbreite erhöhen lässt. Vorausssetzung für beide Ansätze waren Pendelarme mit Radmotoren. Außerdem musste er auf ein Knickgelenk verzichten.

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Wie es weiter geht, lesen Sie in der Forst & Technik 4/2019.

Auf www.harvestforsttechnik.de gibt es auch ein kleines Filmchen.

Oliver Gabriel

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