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Pflanzung einer „Fritzsche-Eiche“ (v. l.): Fürst Albert und Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, Hans-Peter Fritzsche und Nachfolger Raoul Kreienmeier

Hans-Peter Fritzsche in den Ruhestand verabschiedet

Mit der Pflanzung einer „Fritzsche-Eiche“ verabschiedeten I. D. Fürstin Gloria und S. D. Fürst Albert von Thurn und Taxis den Leiter des fürstlichen Forstbetriebs Thurn und Taxis (TT), Hans-Peter Fritzsche, nach 34 Jahren im Dienst für das Fürstenhaus in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Raoul Kreienmeier.

Aufgewachsen in einem forstlich geprägten Elternhaus, studierte Fritzsche Forstwissenschaften in Freiburg und Göttingen. Referendarzeit und Staatsexamen absolvierte er in Niedersachsen und arbeitete anschließend bei einer IT-Firma in Göttingen.

Nachdem Fritzsche mit seinem Sachverstand bei der Entwicklung von forstlicher Software mitgearbeitet hatte, kaufte der TT Forstbetrieb nicht nur dieses Forstprogramm, sondern holte sich mit Fritzsche im Jahre 1985 einen vielseitig versierten Forstmann mit IT-Erfahrung ins Haus. Sein erster Chef bei TT, Frhr. Riederer von Paar, war in den 1980er-Jahren auch Präsident des deutschen Forstvereins. So lag es nahe, Fritzsche die Geschäftsführung des deutschen Forstvereins zu übertragen.

Neben seiner Tätigkeit in der Forstdirektion mit den Schwerpunkten EDV, Kartographie und Forsteinrichtung hatte er bald Bezug zur forstlichen Praxis und bekam die Zuständigkeit für einen TT-Betrieb in Unterfranken übertragen.

Dr. Duffner, bekannt durch seine 1988 veröffentlichte Vision zur „Gestaltung des Forstbetriebs im Jahr 2000“, übernahm 1991 die Leitung des TT Forstbetriebs und ließ seine Prognose in der Praxis Wirklichkeit werden. Das Kernelement „Funktionalisierung der Betriebsarbeiten“ erforderte eine vollständige Neuorganisation des Forstbetriebes.

Mitdenker, Mitgestalter und Umsetzer

H. P. Fritzsche war für diese grundlegende Neuausrichtung der TT-Forsten ein wertvoller Mitdenker, Mitgestalter und konsequenter Umsetzer. Letztlich war es Dr. Duffners Ziel, seine eigene Position an der Spitze einer bisher dreistufigen Forstorganisation wegzurationalisieren. Dies ist ihm zum Ende seiner Dienstzeit im Jahre 1998 auch gelungen. Zug um Zug vertraute das Fürstenhaus nach 2005 Fritzsche nicht nur die Leitung des größten privaten Forstbetriebs in Deutschland an, er hatte folgerichtig auch direkt das operative Tagesgeschäft zu besorgen. Die Berücksichtigung der Interessen des Eigentümers war stets Richtschnur seines Handelns. Er führte das Duffner´sche Organisationskonzept in allen Bereichen des Forstbetriebs – auch in „verborgenen Ecken“ – konsequent mit der ihm eigenen Zielstrebigkeit erfolgreich fort. Dabei halfen ihm sein kooperativer Führungsstil und sein Einfühlungsvermögen um das Vertrauen der Mitarbeiter für Neuerungen zu gewinnen. Zuletzt hat er aus zwei dezentralen Betrieben in Bayern und Baden-Württemberg einen einheitlichen Betrieb geformt. Trotz der Weitläufigkeit des Forstbetriebs und der niedrigen Personaldecke wird man bei einem Spa-ziergang durch die fürstlichen Wälder dank Funktionalisierung kaum ungepflegte Jungbestände entdecken können.

Obwohl vom Tagesgeschäft voll in Anspruch genommen, war Fritzsche für Praktikanten aller deutschen Hochschulstandorte eine erste Adresse. Er nahm sich jedes Jahr die Zeit seine Erfahrung und sein Wissen an Referendare aus verschiedenen Bundesländern während deren Reisezeit weiterzugeben. Die Pflege des Kontakts zur Wissenschaft war ihm wichtig. Die Mitwirkung bei der Vergabe des Thurn und Taxis Förderpreises gehörte wohl zu seinen schönsten Aufgaben. Er war überall ein gern gesehener und ob seiner Kompetenz geschätzter Gesprächspartner. Dabei blieb er stets bescheiden. Es drängte ihn nicht ins Rampenlicht.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand ist Hans-Peter Fritzsche nicht „aus der Welt“. Er wird in seiner Dienstwohnung im Großparkhaus – vielen als Ort gepflegter Gastlichkeit bekannt – wohnen bleiben. Seine Freunde, Kollegen und die vielen Partner aus den Bereichen Forst / Holz / Jagd wünschen ihm, dass er bei einer weiterhin stabilen Gesundheit seinen Ruhestand wohlverdient genießen kann.

Heinz-Josef Lamby

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