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Hans Epperlein verstorben

Hans Epperlein verstorben

Hans Epperlein – der erste Landesforstchef von Sachsen-Anhalt – ist am 2. Februar 2014 verstorben. Hans Epperlein, am 4. Januar 1931 in Dresden geboren, studierte Forstwirtschaft in Tharandt. Seine ersten forstlichen Meriten erwarb Hans Epperlein als Oberförster in Hasselfelde, wo er sich einen reichen praktischen Erfahrungsschatz erwarb. Das waren damals schon beste Voraussetzungen für den Aufstieg in höhere Führungsebenen. Aber Hans Epperlein war bekennender Christ und nicht in der Partei. So wurde er Waldbauleiter im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Blankenburg und übte diese Tätigkeit über viele Jahre mit großem Engagement aus. Er widmete sich vor allem der Buchenwirtschaft – im Harz lebt sein Werk fort.Und dann kam die Wende. Bei der Suche nach einem Chef der künftigen Landesforstverwaltung Sachsen-Anhalt fiel der Blick auf den Kreis der unbelasteten Waldbauleiter. Die Wahl fiel auf Hans Epperlein. Unter den sachsen-anhaltischen Forstleuten gab es damals nicht viele, die ihm das zugetraut hätten; war doch seine persönliche Bescheidenheit sprichwörtlich. Epperlein nahm die Herausforderung an. Autoritärer Führungsstil blieb ihm nach wie vor fremd. Er überzeugte in erster Linie durch seine Kenntnisse, die eben nicht nur Fachkenntnisse waren.Einer der Schwerpunkte wurde damals zwangsläufig die Vergangenheitsbewältigung. Hans Epperlein entledigte sich dieser Pflicht mit großer Menschlichkeit. Wie vordem die Buchenwirtschaft im Harz hat Epperlein nun die Entwicklung der Forstwirtschaft in Sachsen-Anhalt geprägt. Das war jetzt sein Betätigungsfeld, dem er sich in allen Facetten mit großem Engagement widmete. Gelegentlich, etwa wenn wir die damals erarbeitete „Leitlinie Wald“ diskutierten, war an seinen leuchtenden Augen erkennbar, dass er immer noch leidenschaftlicher Waldbauer war. Die forstpolitische Bedeutung, die Hans Epperlein in jenen entscheidenden Jahren erlangt hat, ist nicht geringer zu bewerten als seine fachlichen Leistungen. Nur mit der alsbald wieder aufkommenden Bürokratie stand er zeitlebens auf Kriegsfuß.Nach dem Eintritt in den Ruhestand ist das Ehepaar Epperlein auf die Insel Rügen gezogen. Unsere Kontakte sind nicht abgerissen. Wir sahen uns nicht oft, aber jedesmal war es ein Gewinn. Die Nachricht, dass Hans Epperlein nicht mehr lebt, hat in der Landesforstverwaltung Sachsen-Anhalts tiefe Betroffenheit ausgelöst. Wir werden Hans Epperlein nicht vergessen. Sein Denkmal hat er sich selbst gesetzt – im Wald.

Anmerkung der Redaktion: Nach Redaktionsschluss AFZ-DerWald 7/2014 erreichte die Redaktion die Nachricht vom Tod Peter Wenzels.
Peter Wenzel

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